Ein Bär in der Großstadt

Heute kommt unsere Bärengeschichte nicht aus den Wäldern Kanadas, sondern aus Downtown Vancouver. Dort haben beherzte Wildhüter jetzt einen fetten Schwarzbär aus einem Müllauto gerettet. Der Kerl war unbemerkt in den Container geklettert. Erst als der Müllkutscher vor dem Entladen noch kurz seinen Truck inspizierte, wurde der Brummer entdeckt.

Eigentlich klar: So ein Bär will ja auch mal was von der Stadt sehen. Und weil es auch in Kanada keinen Bärenbus gibt, muss er eben kucken, wie er weiter kommt. Eine Stadt-Wanderung wäre zu gefährlich. Nicht für die Passanten. Eher für den Bär. Kanadische Polizisten fackeln meistens nicht lange, wenn sie so ein Tier in der Nähe von Wohnsiedlungen sehen. Unser Müllbär hatte Glück.

Als der Trucker die Polizei rief, brachte die gleich ein paar Wildhüter mit. Die störten den Bären mal kurz beim Büffet. Dann betäubten sie ihn mit einem gezielten Schuss – und ab ging’s in den Käfig.

Inzwischen hatten sich an der Ecke Camie und West Georgia Street jede Menge Schaulustige versammelt. Sie klatschten den Wildhütern für den Bärendienst Beifall. Solche Fotomotive gibt’s auch in Kanada nicht jeden Tag.

So richtig kann so ein Stadtbär seine Freiheit allerdings nicht genießen. Im Container war er gekommen. Im Käfig ließ er Vancouver wieder hinter sich. 120 Kilometer nördlich, in der Gegend von Squamish, wurde der Müllbär später in der freien Wildnis ausgesetzt. Wildbiologen sind sich fast sicher: Der Bär war nicht zum letzten mal in der großen Stadt. Jetzt, da er das Kalte Büfett im Container verschmeckt hat.

Ein Kamerateam von CTV hat die Bären-Episode gefilmt. Vor dem Video gibt es ein paar Sekunden Werbung.

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