“Oh, You Piece of Shit!”

Nein, es war nicht die feine kanadische Art: „Oh, You piece of shit!“, brüllte der Liberale Abgeordnete Justin Trudeau den Konservativen Umweltminister Peter Kent an, als dieser im Parlament jetzt den Ausstieg Kanadas aus dem Kyoto-Protokoll verteidigte.

Trudeau Senior

P. Trudeau

Ganz überraschend kam er nicht, der Wutausbruch des Montréaler Liberalen, der den Umweltminister doch glatt „Ein Stück Scheiße“ nannte. Sowas kannte man schon von Justins Vater, dem legendären Premierminister Pierre Elliot Trudeau. Der schrie während seiner langen Amtszeit einem Abgeordneten einmal ein unüberhörbares „Fuck you!“ ins Gesicht. Und schwächte hinterher ab, man werde doch wohl noch „Fuddleduddle“ sagen dürfen. Auch dass Trudeau Senior Demonstranten kurz mal den Mittelfinger zeigte, ist in kanadischen Geschichtsbüchern nachzulesen.

Überraschend ist allenfalls die Tatsache, dass die meisten Kanadier die Attacke Justin Trudeaus gegen den Umweltminister richtig gut finden. In Talkshows und Leserbriefen wurde zwar die deftige Wortwahl des jungen Wilden kritisiert. Den Umweltminister für seinen Kyoto-Ausstieg abzustrafen, finden jedoch die meisten völlig in Ordnung.

Feige, peinlich und unehrlich: So verdreht Ottawa die Wahrheit

Skandalös ist nicht nur der Kyoto-Ausstieg selbst, sondern auch die feige Art und Weise, wie die konservative Regierung unter Stephen Harper in Ottawa jetzt damit umgeht. Als die sozialdemokratische Abgeordnete Megan Leslie Umweltminister Peter Kent für seine Pro-CO2-Haltung in Südafrika angriff, schoss der zurück: „Wären Sie doch mit nach Durban gefahren, dann könnten Sie jetzt mitreden“. Unfassbar. Dabei hatte die Opposition bei der kanadischen Harper-Regierung ausdrücklich beantragt, die Umweltpolitikerin mit nach Durban zu schicken. Der Antrag wurde niedergeschmettert.

Bravo, Grüne!

Fairerweise muss man allerdings sagen, dass es allen Abgeordneten freigestanden wäre, auch ohne das Plazet der Regierung in Durban dabei zu sein. Die einzige Grünen-Abgeordnete im Parlament hat vorgemacht, wie es geht: Elizabeth May ist einfach auf eigene Kosten nach Südafrika gereist. Und hat vor Ort demonstriert.

A P P L A U S !!!!

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