Willkommen im Eisschrank!

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Wenn Sie glauben, in Deutschland sei die Eiszeit angebrochen, dann lade ich Sie ein, zum Trost einen Blick auf die Montrealer Wetterkarte (oben) zu werfen. Minus 30 Grad auf dem Thermometer, macht gefühlte minus 43. Und das noch bis zum Wochenende.

Eben kommen wir aus dem Kino. Zu Fuß natürlich. Die Temperatur lässt sich gut aushalten, wenn die Kleidung stimmt. „Schlechtes Wetter gibt es nicht“, sagen meine kanadischen Freunde. „Nur schlechte Kleidung“. Dabei geht man am besten nach dem Zwiebelschalen-Prinzip vor: Mehrere Schichten übereinander geben wärmer als ein dicker Parka.

Besonders hart trifft die Kältewelle Tausende von Obdachlosen. Nicht alle von ihnen haben ein Bett für die Nacht. Viele von ihnen kauern um diese Jahreszeit über Heizungsschächten oder in den Vorhallen der Montrealer Metro-Stationen, soweit diese überhaupt nachts geöffnet sind.

Noch kälter als in Montreal ist es zurzeit in Yellowknife in den Northwest-Territories. Dort sinkt das Thermometer heute auf minus 36 Gard. Macht mit „windchill factor“ knackige minus 47 Grad.

Aber auch das ist noch weit entfernt von der Rekord-Tiefsttemperatur, die ich in Kanada je erlebt habe. Bis vor kurzem hing in meinem Büro eine gerahmte Urkunde. Sie wurde an Journalisten verteilt, die trotz Schneesturms zur Eröffnung des neuen Winnipeger Kongresszentrums gekommen waren. An diesem Abend hatte es minus 62 Grad. Celsius!

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