Fremdschämen für Toronto

OB

Verfolge amüsiert und ungläubig die Vorgänge um den Bürgermeister von Toronto“, schreibt die Bekannte aus Las Vegas. Eines hat Ford in jedem Fall geschafft: Die deutsche Presse, die sich sonst nicht so sonderlich mit Kanada beschäftigt, zu einem halbseitigen Artikel zu animieren. Tolle Leistung, Herr Ford!“, kommentiert die Blog-Leserin aus dem Ruhrpott. Und im Telefonat aus dem Allgäu muss ich mir anhören: „Spinnt der eigentlich?“.

Um es kurz zu machen: Ja, er spinnt. Und Fremdschämen ist angebracht: Der Torontoer Oberbürgermeister Rob Ford ist ein Fiesling, der überall hingehört nur nicht ins Rathaus der größten kanadischen Stadt. Wie er überhaupt dort hingekommen ist, bleibt das Geheimnis der Wähler von Toronto. Wer Augen und Ohren hat, muss doch schon im Wahlkampf erkannt haben: Der Mann ist eine einzige Peinlichkeit.

Keine Talkshow, in der Rob Ford und sein Bruder Doug nicht durch den Kakao gezogen werden: Jay Leno, David Letterman, Jimmy Fallon, Jimmy Kimmel. Selbst George Bush, auch nicht gerade der große Sympathieträger, bekam neulich in der „Tonight Show“  einen Lachanfall, als von den Ford-Brothers die Rede war.

Was mich nervt, ist die Strahlkraft, die von den Fords ausgeht. Da kommt Kanada, was selten genug passiert, endlich mal in die Schlagzeilen – und dann wegen zwei Hampelmännern, die glauben, sie müssten den Stadtrat von Toronto neu aufmischen.

Zeit, um mit ein paar Klischees aufzuräumen:

  • Nicht alle Kanadier sind fett wie Rob Ford. Die meisten sind fit und sportlich.
  • Nicht alle Kanadier lügen so dummdreist wie Rob Ford. Die meisten sind ehrlich, herzlich und anständig.
  • Nicht alle Kanadier sind so unsympathisch wie Rob Ford. Die meisten sind cool, nett und liebenswürdig.

Dass ausgerechnet ein Crackhead aus Toronto seit Wochen das Bild dieses schönen Landes in der Welt bestimmt, haben meine kanadischen Freunde nicht verdient.

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2 Gedanken zu „Fremdschämen für Toronto

  1. Genug !! Wie dieser Mann ueberhaupt ins Rathaus deer Grossstadt Toronto gelangte, ist fuer mich raetselhaft. Clown hin oder Clown her – der Mann braucht dringed professionelle Hilfe. Ich wweiss, ich weiss er fuettert die Medien, aber bitte – um meinen Vater zu zitieren: „Was immer auch geschieht, so tief darfst Du nicht sinken, dass Du von dem Kakao, durch den man Dich zieht, auch noch tust trinken“. Das ist genau das, was die Medien diesem erbaermlichen Mann ermoeglichen. No more Rob Ford please!

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