Sieben Winter auf Mallorca

soller,jpg copyWir sitzen mal wieder auf gepackten Koffern. Der Flieger nach Montréal kennt keine Gnade: Es geht wieder zurück nach Kanada. Fünf Monate haben wir in Palma verbracht. Es war schon unser siebter Winter auf Mallorca. Zeit für eine kleine Bilanz.

Was für eine Symbolik: Das letzte Foto vor der Abreise nach Mallorca im Januar zeigte unseren Flieger im Schneesturm auf dem Flughafen von Montréal. Das erste Bild nach der Ankunft in Palma: Ein weisses Kreuzfahrtschiff, das den Hafen verlässt. Mehr Kontrastprogramm geht nicht.

Auch jetzt suchte uns noch einmal ein Weisser Riese heim. An Pfingstmontag lag die „Allure of the Seas“, das grösste Kreuzfahrtschiff der Welt, im Hafen von Palma. Als würde uns der Abschied von der Insel nicht so schon schwer genug fallen.

Der siebte Winter auf Mallorca war ein Winter der besonderen Art: Er hat uns zu Wanderern gemacht. Nicht zu Wanderern zwischen den Welten – das sind wir schon seit 30 Jahren. Aber zu Wald-, Wiesen- Tal- und Bergwanderern.

Mehr als ein Dutzend Mal haben wir den Rucksack gepackt und sind losgezogen: Nach Valdemossa und Sóller. Von Pollença auf den Puig de Maria. Oder auf den Spuren des Postboten von Esporles nach Banyalbufar. Sinnesorgien, die nur jemand nachvollziehen kann, der selbst schon einmal bei strahlend blauem Himmel zwischen Bergen und Meer eingebettet war und nicht wusste, in welche Richtung er zuerst schauen sollte: Bei so viel Schönheit. So viel Abwechslung. So viel geballter Natur.

Noch eine neue – freilich sehr subjektive – Erkenntnis: Der Winter auf Mallorca ist schöner als der beginnende Sommer. Im Januar, Februar und März geht es entspannter zu als im April und Mai. In den Wintermonaten verlieren sich ein paar Touristen in einer Handvoll Hotels, die entlang der Playa de Palma geöffnet sind. Ab Ostern ist alles anders. Mit der Semana Santa drohen die engen Gassen von Palma aus allen Nähten zu platzen.

Sommer ist, wenn du in deiner Stammbar vergeblich auf einen freien Platz wartest. Was wollen die eigentlich alle hier? Und überhaupt: Wo waren die denn alle im Januar und Februar, als der Wirt sich über jeden zusätzlichen Gast einen Ast gefreut hätte?

Klar: Wo es schön ist, bist du selten allein. Das trifft auf Mallorca ganz besondes zu. Kein Wunder, dass Dutzende von Freunden, Kollegen, Verwandten und Bekannten sich bei dir melden und dir Gesellschaft leisten. Schön? Schon. Aber solche Besuche bringen auch Veranwortung mit sich. Muss ich mich jetzt schon fürs Wetter entschuldigen? War der Restaurant-Tipp okay, oder ging was in die Hose? Und das Hotel, sollte ich das vielleicht in Zukunft nicht mehr weiter empfehlen?

Schlechte Erfahrungen? Fehlanzeige! Das heisst, doch: Ein Restaurantbesuch in Palma war zum Abgewöhnen. Statt einem Stück Fleisch mit Knochen gab’s einen Knochen ohne Fleisch. Lerneffekt: Vielleicht bestellt man in einem Straßencafé einfach kein Ossobuco. Abgesehen davon: Vorbildlicher Service, fast immer köstliches Essen. Und, mit wenigen Ausnahmen, ein Preisleistungsverhältnis, nach dem ich mich in Montréal wieder sehnen werde.

Auch wenn während einer längeren Regenperiode im Februar eine vorübergehende Entzauberung der Insel eingesetzt hatte, gibt es tausend Gründe, wieder nach Mallorca zu kommen. Im Januar 2016 sind wir wieder hier.

                        Hier gibt’s eine Best-of-Liste der >> Mallorca Memories  <<

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One thought on “Sieben Winter auf Mallorca

  1. Ich mochte meinen ersten Winter auf Mallorca 2014/15 auch sehr, #tranquilo :) Gute Reise & bis nächstes Jahr!

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