Im Schneckenbus über die Insel

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Es ist nicht weit von Palma nach Portocolom, gerade mal 65 Kilometer mit dem Auto. Wem jedoch der Sinn nach öffentlichen Verkehrsmitteln steht, braucht Zeit. Eineinhalb Stunden hin, eineinhalb Stunden zurück. Aber die Fahrt mit dem Schneckenbus lohnt sich. Vor allem dann, wenn das Ziel Portocolom heisst.

Der Ort mit gerade mal 4000 Einwohnern kann für sich in Anspruch nehmen, einen der wichtigsten Fischereihäfen Mallorcas zu beherbergen – gleichzeitig den größten Naturhafen der Insel. Wer das Glück hat, Portocolom um diese Jahreszeit zu sehen, vergisst leicht, dass der Touristenrummel in den Sommermonaten erdrückend sein kann.

Fast menschenleere Gassen, Restaurants, Bars und Cafés sind nicht jedermanns Sache. Wir haben diesen zauberhaften Ort an der Südostküste Mallorcas an diesem frischen Februartag mehr genossen als bei früheren Besuchen bei sommerlichen Temperaturen.

Wem der Sinn ausnahmsweise mal nicht nach Tapas steht, sondern nach einem dreigängigen Mittagessen, sollte im Restaurant „Vora Mar“ das Tagesmenü bestellen. Für 8.50 Euro gibt es drei Gänge frisch zubereitete Hausmannskost.

Ob in Portocolom tatsächlich, wie Einheimische gerne behaupten, Christopher Columbus an Land gegangen ist, sei dahingestellt. Der Name deutet jedenfalls darauf hin. Andererseits: Wie viele Orte es in der Welt gibt, die den großen Entdecker für sich adoptiert haben, ist schwer zu sagen. Ein Menschenleben hätte wohl kaum ausgereicht, um den  armen Kerl überall dort anlegen zu lassen, wo es die Bewohner gerne gehabt hätten.

Wer Portocolom einen Besuch abstattet, sollte nicht den Fehler machen, sich nur in der Hafengegend aufzuhalten, wo es die meisten Restaurants gibt und den besten Blick auf den Leuchtturm.

Der eigentliche Charme des Ortes liegt im alten Dorfkern, der über einen Fußweg entlang der Hafenmohle leicht zu erreichen ist. Hier scheinen die meisten Einheimischen zu wohnen: Fischer, die ihre Netze zum Trocknen auch mal vor der Haustür ablegen. Schiffsbauer, die sich beim Schreinern der Planken zuschauen lassen. Bootseigner, die ihren Kahn dort überwintern lassen, wo gewöhnlich Autos parken.

Ein unaufgeregter Nachmittag in Portocolom geht mit einer entspannten Busfahrt durch den Südosten der Insel zu Ende. Wer dann noch das Glück hat, die Rückreise nach Palma bei einem spektakulären Sonnenuntergang antreten zu können, könnte Christopher Columbus gut verstehen, sollte er dann tatsächlich in dieser wunderschönen Ecke Halt gemacht haben.

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3 Gedanken zu „Im Schneckenbus über die Insel

  1. Wo lassen wir uns nieder auf Mallorca? Portocolom oder Santanyí – das war eine knappe Entscheidung. Wir sind öfters in Portocolom und spazieren das grosse Hafenbecken entlang. Vielleicht wird es ja doch noch mal „was Festes“ mit uns :) Wer weiss…

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  2. Also, für Porto Colom lohnt sich eine lange Anfahrt immer und alle Mal. Ein zauberhafter Ort und Hafen mit den wunderbaren ,ursprünglichen Bootsgaragen am Wasserrand. Ich sehe ihr habt ganz schön viel Pflaster getreten. Dabei aber auch fantastische Ecken und Winkel ,mit tollen Motiven gefunden. Danke für die schöne Bildergalerie. Aber euer Nachtisch war auch nicht zu verachten ! Alles sehr nachahmenswert ! Cheers, Rodolfo

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  3. Vielen Dank für diese herrlichen Impressionen eines irgendwie urtümlich wirkenden Mallorca.
    Aber irgendwie kommt es mir auch bekannt vor. Vor 20 Jahren hatte ich einmal Urlaub gemacht in Cala d’Or. Damals wurden einige Fahrradausflüge unternommen. Vermutlich war auch Portocolom dabei. Ist ja nicht all zu weit.

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