Postkartenidylle für Genießer

elmo_bannerManche Dinge sind einfach zu schön, um sie nur einmal zu genießen. Nehmen wir die Wanderung von Port d’Andratx nach Sant Elm im Südwesten von Mallorca. Die knapp 15 Kilometer lange Strecke haben wir heute bei sommerlichen Temperaturen bereits zum zweitenmal hinter uns gebracht.

Und wieder war es der Aufstieg zum 300 Meter hoch gelegenen Pas Vermell, der uns um ein Haar den Spaß an der Freude genommen hätte. Erst wenn der mit pompösen Prunkvillen zubetonierte Hausberg von Port d’Andratx hinter einem liegt, fängt das Vergnügen an.

Übrigens: Auch nach mehr als einem halben Dutzend Besuchen von Port d’Andratx ist es mir noch immer ein Rätsel, wie ausgerechnet diese Ansammlung von Betonklötzen zu dem Ruf gekommen ist, das Eldorado für Mallorca-Promis zu sein. Die – zugegeben hübsche – Hafenpromenade allein kann es ja wohl nicht sein.

Der Rest der Wanderung ist spektakulär. Das Panorama, das sich einem aus 350 Meter Höhe bietet: eine Wucht. Märchenhaft, wie sich die sanft geschnittene Insel Dragonera vor einem ausbreitet. Im Nordwesten der mehr als 1000 Meter hohe Puig de Galatzó, nicht weit davon davon entfernt sorgt der 920 Meter Berg Mola de s’Esclop für eine Traumkulisse.

Und dann das Meer! Ein erlesenes Farbenkaleidoskop, als würden die schönsten Flecken der Karibik mal kurz dem Mittelmeer Hallo sagen.

Diese Wanderung gehört nicht zu den leichtesten, die wir hinter uns haben. Aber sie ist durchaus auch von nicht sehr erfahrenen Hikern zu stemmen. Bei den hochsommerlichen Temperaturen, die heute herrschten, war allerdings der Fitness-Faktor nicht zu unterschätzen.

Ein Glück, dass es gleich nach dem Abstieg zu dem hübschen Dorf St. Elm eine verwunschene Bucht gibt. Das Fußbad musste einfach sein, das dazugehörige Foto auch.

Den Blogpost von der letzten Wanderung gibt’s  >> HIER <<

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3 thoughts on “Postkartenidylle für Genießer

  1. Wenn ein Dorf, oder eine Stadt erst einmal den Ruf hat, ein Eldorado für die Prominenten zu sein, kann es oder sie sich vor der Geldbeutel-Prominenz kaum mehr retten. War es um die Jahrhundertwende 1800/1900 die italienische Riviera (dort kann man übrigens feststellen, dass die Schönen und Reichen damals noch echte Palazzi mit Stil und Noblesse gebaut haben), so wanderten die Promis in den 50-Jahren nach Monte Carlo. In den 60-ern war dann auf einmal St. Tropez en vogue, ehe Marbella den Franzosen den Rang ablief. Dieses Perpetuum mobile wird sich immer so weiter und dabei immer schneller drehen. Was schließen wir daraus? Wenn der Geldadel kommt, flüchten die wirklich Prominenten.

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  2. Ich kenne das von Kampen auf Sylt auch. Die wirklich Reichen wohnen da übrigens außerhalb von Kampen in den Dünen, sehr vereinzelt, sehr unter sich.
    Betonklötze stehen in Westerland auch, schrecklich von außen anzusehen und für den “Massentourismus” geschaffen, von innen wunderbar mit für weniger Lauffähige mit allabendlichem garantiertem Sonnenuntergang auf dem Balkon oder im Wohnzimmer.
    Ich finde die Innensicht wichtiger als die Außensicht und bin sicher, daß der Blick auf den einzigen Fjord-Hafen von Mallorca bis hinüber auf das Meer mit garantiertem Sonnenauf- oder Untergang etwas hat, das exakt diese Bauecke auszeichnet.
    Wenn’s den Reichen hilft, gelassener und spendenfreudiger zu werden, so sei’s drum. Nicht sie sind schuld, sondern die Ratsherren, die jetzt über verschandelte Natur fluchen und von dem Geld, was dort ausgegeben wird, sommers wie winters gut leben.

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  3. “….ist es mir noch immer ein Rätsel, wie ausgerechnet diese Ansammlung von Betonklötzen zu dem Ruf gekommen ist, das Eldorado für Mallorca-Promis zu sein….”
    Das frage ich mich bei Monaco auch….. :-)

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