Ein Radiogesicht im Kino

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Die Spionin und der Wissenschaftler – Szenenfotos © Bernard Fougères

Wenn man auf die 68 zugeht und sein Radiogesicht zum ersten mal im Leben in Übergröße auf einer Kinoleinwand sieht, dann ist das ein Gefühl, das nicht einfach mit Eitelkeit zu umschreiben ist. Es ist – naja, wie eigentlich? Sagen wir mal so: Es ist wie im Film.

„Le Cyclotron“ heißt der Film, der gestern Abend im vollbesetzten Cinéma du Parc in Montréal Weltpremiere hatte. Im Rahmen des Festival du nouveau cinéma werden zehn Tage lang 340 Filme aus 62 Ländern einem Publikum vorgestellt, das etwas vom Fach versteht.

Es sind keine Mainstream-Themen, die bei diesem Filmfest abgedeckt werden. So ist auch „Le Cyclotron“ nicht irgend ein Streifen von vielen, sondern ein spannender Spionage-Thriller mit einem Hauch von Science Fiction.

Meine Rolle als jüdischer Wissenschaftler Prof. Weil ist nicht groß. Ein kurzer Dialog mit der Hauptdarstellerin, einer französischen Doppelagentin namens Simone. Zum Abschied noch ein Kuss auf die Stirn – das war’s dann auch schon.

Die Dreharbeiten fanden vor etwas mehr als einem Jahr im idyllischen Kloster Oka am Ufer des Lake of Two Mountains statt. Den Blogpost zum – damals noch streng geheimen – „Making Of“ gibt’s > hier <

„Le Cyclotron“ spielt zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Viele Szenen wurden in einem fahrenden Zug gedreht, der, wie es scheint, geradewegs in die Katastrophe rast. Nicht so mein Part: Die Bibliothek des Kloster Oka dient als Backdrop für das Arbeitszimmer des Wissenschaftlers Prof. Weil.

Es ist eine komplizierte Story mit rasanten Entwicklungen, perfiden Machenschaften, Liebe und Sex, aber auch mit Visionen für eine bessere Welt. Die Aussichtslosigkeit des Zweiten Weltkriegs wurde eindrucksvoll in Schwarz-Weiß in Szene gesetzt. Erst als der Krieg zu Ende ist, setzt die Regie Farbe ein.

Hinter „Le Cyclotron“ steht der vor allem im französischsprachigen Teil Kanadas bekannte Regisseur Olivier Asselin. Produziert wurde der Film von Christine Falco von der Firma Fun Film. In den Hauptrollen sind zu sehen: Paul Ahmarani, Lucille Fluet und Mark-Anthony Krupa.

Was für ein Zufall: Der großartige Mark-Anthony Krupa hatte bereits vor 13 Jahren eine Hauptrolle in dem Film „Silent Night“, in dem unser Sohn Cassian sein Filmdebüt gab.

„Le Cyclotron“ wird voraussichtlich Mitte Februar 2017 in die Kinos kommen.

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Premiere im Cinéma du Parc: “Cyclotron” vor ausverkauftem Haus.

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6 thoughts on “Ein Radiogesicht im Kino

  1. Ich finde, das ist doch ein gelungener Meilenstein in Deinem Lebenslauf, lieber Herbert. Du bist übrigens nicht wieder zu erkennen.

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  2. Schade, lieber Harald, dass man dich nicht mehr so oft auf der Leinwand, auf der Bühne und im Fernsehen sieht wie früher. Aber mit einem Job wie du ihn hast, bist du ohnehin ständig “on air”.

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