Spanisch mit Ole, Mara und Li

img_9369-1Wenn einem eine Fremdsprache vorkommt wie das gleichnamige Land, dann wird es höchste Zeit für einen Spanischkurs. Wieder einmal. Keine Ahnung, wie viele Spanischkurse ich schon belegt habe. Ganz offensichtlich waren es nicht genug. Zurzeit drücke ich wieder einmal die Schulbank.

Sprachkurse können mehr sein als ein Vehikel, um Konjugationen, Verben und landesübliche Redewendungen zu lernen. Es sind vor allem Begegnungen mit Menschen, die eines gemeinsam haben: Den Wunsch, sich sprachlich im Ausland zurecht zu finden.

Kein Wunder, dass dir in der Regel auch die Menschen sympathisch sind, die sich vorgenommen haben, gemeinsam mit dir denselben Weg zu gehen. Aktuell heißt das, dass ich mich Samstag für Samstag einer bunten Truppe anschließe, die sich in der International Language School des Montrealer YMCA trifft.

Mal sind es acht Teilnehmer, mal zehn. Die einzige konstante Größe heißt Isabel. Sie ist unsere Lehrerin und stammt aus Mexiko-City. Eine wunderbare Person mit einem Gefühl dafür, wie Sprachen lernen Spaß macht. Mit praxisorientierten Übungen, nach denen man Lust bekommt, sie sofort umzusetzen: In der Markthalle, auf der Straße, in der nächsten Bar.

Was die Frauen und Männer antreibt, eine weitere Fremdsprache zu erlernen, ist so unterschiedlich wie die Herkunft der Schüler.

Da ist Ole, ein Ukrainer, der Spanisch braucht, um in seinem Job als Wissenschaftler weiterzukommen. Künftig will er auch in Südamerika forschen.

Rosalie, eine junge Montrealerin, die als Botanikerin im Dienste der Stadtverwaltung steht und schon bald nicht nur in den Treibhäusern des Botanischen Gartens aktiv sein möchte, sondern auch bei der Suche nach seltenen Blumen in fremden Ländern.

Jean-Pierre, der ein Leben lang in Kanada und Alaska Dokumentarfilme gedreht hat und sich künftig näher mit dem südamerikanischen Kontinent befassen will.

Leslie – Mutter: Schwedin, Vater: Holländer – hat sich vorgenommen, als Geografielehrerin mehr Zeit im Ausland zu sein als im Klassenzimmer.

Olivier ist Biobauer mit einem Herz für Kuba. Dort will er demnächst den kanadischen Winter verbringen, wenn es auf der Farm ohnehin nicht viel zu tun gibt.

Mara, Späthippie, die sich auch mit Mitte 50 nicht scheut, Dreadlocks zu tragen.img_9651 Auf Bali besitzt sie ein Stück Land, das sie vor Jahren für 1500 Dollar erstanden hatte. Jetzt würde sie gerne noch eine Parzelle “in Chile, Honduras oder Nicaragua“ dazu kaufen. Sprachkenntnisse sollen bei den Verhandlungen helfen. Was sie mit dem Land machen will? „Keine Ahnung“.

Dann sind da noch Li, eine Bankerin aus Shanghai, und eine Studentin aus Szechuan namens Chung.

Wenn dann noch ein aus Oberschwaben ausgewanderter Deutschkanadier mit am Tisch sitzt, der fast die Hälfte des Jahres auf Mallorca verbringt, ist der Multikultiverein komplett.

Übrigens lassen sich fremde Sprachen vortrefflich auch im Internet erlernen. Wem Rosetta Stone zu teuer und Babbel zu kompliziert ist, sei Duolingo empfohlen. Ein kostenloser Spaßmacher mit großem Lerneffekt.

Lernen im Internet kann eine einsame Angelegenheit sein. Für Abhilfe ist gesorgt: Dreimal pro Woche gibt es „Language Tea“-Nachmittage. Die Teilnahme ist kostenlos, ein Muttersprachler wird von der Schule gestellt. Ein paar Cookies im Gepäck sind immer hochwillkommen.

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2 thoughts on “Spanisch mit Ole, Mara und Li

  1. Finde ich toll! Ich selber hatte Französisch einige Jahre in der Schule – hängen geblieben ist so gut wie nichts. Schade! Spanisch hatte ich auch, allerdings nur ein halbes Jahr.

    Viel Spaß beim lernen, du kannst es dann ja auch bald anwenden :-)

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  2. me alegro que estas aprendiendo el idioma de aquel país en el cual eludes el invierno canadiense…. ;-)

    :) Wird auch so langsam Zeit, liebe Elgard.

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