Dumm gelaufen? Selbst Schuld.

boot

Es war, sagen wir mal, die etwas andere Wanderung. Der Tipp für die heutige Tour war wieder einmal von „Str-Omi“, gekommen, dem wandelnden Wander-Lexikon aus dem Mallorca-Forum. Aber wie das so ist mit zwei freiheitsliebenden Schwabokanadiern: Sie gehen schon mal volles Risiko, ändern die vorgeschriebene Route. Und landen mitten im Industriegebiet.

Geplant war eine Wanderung von Santa Ponsa nach Calvia. Durch Mandelblütenfelder, vorbei an Zitronen- und Orangenhainen. Das volle Mallorca-Programm. Das gab es zwar auch. Aber eben nicht nur.

Hätten wir die von „Str-Omi“ vorgeschlagene Tour genommen, hätte uns die Sonne in den Nacken geschienen und nicht ins Gesicht. Abstimmung in unserem Zwei-Personen-Wanderteam: „Wir laufen einfach in die umgekehrte Richtung“.

Zwar schien uns die Sonne bei um die 22 Grad stundenlang ins Gesicht. Aber: Wir haben uns verlaufen.

Wenn Dinge, die nicht optimal gelaufen sind, trotzdem noch zu einem guten Ergebnis führen, spricht man im Englischen von „blessing in disguise“. Genau das ist uns heute passiert. Wir haben durch den Umweg Dinge gesehen, die wir uns aus freien Stücken heraus vermutlich nie angeschaut hätten:

Eine Boots-Lackierwerkstätte unter Palmen. Ein halbes Dutzend Designerateliers für „easy living“. Lagerhallen für kostspielige Betten. Und ein riesiges Filmstudio, in dem hoffentlich hochwertige Produktionen entstehen, die dann vom mallorquinischen Fernsehpublikum mit guten Quoten belohnt werden.

Anstatt unter Mandeln zu wandeln, landeten wir mitten im Industriegebiet Son Bugadelles, am Ortsrand von Santa Ponsa.

Nicht weiter schlimm. Calvia, wo wir unsere Wanderung begonnen hatten, ist ein nach mehreren Besuchen lieb gewonnenes Städtchen mit dem herben Charme des Insel-Inneren, der sich angenehm vom Protz mancher mallorquinischer Küstenorte unterscheidet.

Von Calvia aus ging es durch eine landschaftlich hübsche Gegend, für die mein Freund Peter das Prädikat „ländlich-sittlich“ vergeben würde: Eine Schweineherde hier, ein paar Schafe dort, Fasanen im Stechschritt eine Finca weiter. Krähende Hähne und bellende Hunde. Und ganz viele Orangen- und Zitronenplantagen, Pinienwälder und Johannisbrotbäume.

Und dann plötzlich, wie ein wunder Daumen, jenes hässliche Industriegebiet mit dem wunderschönen Namen Son Bugadelles.

Nach Santa Ponsa ist es jetzt nicht mehr weit. Vorher noch eine Gelegenheit, endlich einmal diese wunderbare Windmühle zu besteigen, die wir vom Bus aus schon ein Dutzend Mal bewundert hatten.

Die letzte Etappe führt dann durch jenen Ort, an dem unsere Wanderung begonnen hätte, wenn wir nur auf „Str-Omi“ gehört hätten. Santa Ponsa ist für Badeurlauber bestimmt ein angenehmes Ziel.

Aber auch für jemanden, der die Schönheit des Meeres lieber trockenen Fußes genießt, bleibt Santa Ponsa  eine hübsche Erinnerung.

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