Steine, Strand und ganz viel Meer

Wieder einer dieser paradiesischen Tage auf Mallorca: Eine Strandwanderung von Cap de ses Salines bis Colònia de Sant Jordi. In umgekehrter Richtung hatten wir die Tour bereits zweimal genossen. Jetzt war also der Leuchtturm am südlichsten Punkt der Insel Ausgangspunkt unseres „Beach Walk“.

Die – mit Pausen – etwa vierstündge Strecke selbst ist kein Problem und deshalb auch für unerfahrene Wanderer geeignet. Es gibt so gut wie keinen Höhenunterschied. Lediglich das Navigieren auf den steinigen Pfaden kann hin und wieder zur Wackelpartie werden. Aber es gibt nichts, das nicht zu bewältigen wäre.

So war denn die größte Herausforderung für uns nicht das Ziel, sondern der Weg dorthin. Manchmal rächt es sich, wenn man sich als Auto-Verweigerer auf öffentliche Verkehrsmittel verlässt.

Sorgfältiges Fahrplan-Studium und persönlicher Schalterbesuch am Busbahnhof in Palma nützten nichts. In Campos hingen wir fest. Dabei hatte uns der freundliche Fahrer des tib-Busses nach einem Anruf bei der Zentrale versichert, ein Umsteigen in Richtung Salines sei möglich. War es aber nicht.

Da half nur ein Taxi.

Das war mit 30 Euro zwar nicht ganz billig. Dafür aber bot es eine halbstündige Plaudermöglichkeit mit einem super informierten Fahrer, der gnädig mit den holprigen Spanischkenntnissen eines deutschkanadischen Teilzeit-Mallorquiners umzugehen verstand. Von Real Madrid über Trump und Le Pen bis hin zum sagenhaften Reichtum der mallorquinischen Privatbank-Familie March – wir ließen nichts aus.

Bei der Ankunft am Cap de ses Salines fallen drei Dinge auf: Ein pittoresker Leuchtturm. Eine grandiose Sicht auf die im Mittelmeer liegende Insel Cabrera. Und ein Heer von Steinmännchen – gebaut mit herumliegenden Felsbrocken.

Diese Männchen sind – sorry für die plumpe Pointe – in letzter Zeit zum Stein des Anstoßes geworden. Umweltwissenschaftler der Balearen-Regierung wollen herausgefunden haben, dass der Bau dieser Steinmännchen das ökologische Gleichgewicht auf der Insel durcheinander bringt. Mit einer Warnung von oben wird neuerdings an Strand-Besucher appelliert, keine Männchen mehr zu bauen.

Ob diese eigentlich hübschen Figuren wirklich eine Gefahr für die Küstenfauna darstellen, kann ich nicht beurteilen. Im Vergleich zum Plastikmüll, der sich an den meisten Stränden ansammelt, dürften einige liebevoll aufgebaute Steinmännchen eher das kleinere Übel sein.

Wobei: Gestern zeigte sich die traumhaft schöne “Playa d’es Caragol” von ihrer besten Seite. Tüchtige HelferInnen müssen kurz vor unserer Wanderung mit der Müllbeseitigung beschäftigt gewesen sein. Bei den Beach-Walks der letzten beiden Jahre war der Strand noch in einem jämmerlich vermüllten Zustand.

Aufreger des Tages: Es gibt immer noch Touristen, die sich nicht um die Absperrungen scheren, die aus Gründen des Naturschutzes errichtet worden sind.

Wie blöd muss man eigentlich sein, über diese mit Seilen, Holzpfosten und Warnschildern gekennzeichneten Absperrungen zu klettern und sich dann in einem offensichtlich ökologisch fragilen Teil eines Naturschutzgebietes seinen eigenen Vorgarten einzurichten, in den Liegestuhl zu legen und sich dabei von den vorbeispazierenden Wanderern beim Doofsein und Bräunen zugucken zu lassen?

Diese Ignoranz macht mich fassungslos.

Die Strandwanderung selbst ist ein Naturerlebnis vom Feinsten. Einzelheiten möchte ich mir an dieser Stelle ersparen, da es bereits zwei frühere Blogposts zu diesem Thema gab. Hier sind sie:

STRANDWANDERUNG MIT HIPPIE-END

DER STRAND DER VERLIERER

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