Endlich mal wandern in Québec

FullSizeRender 55Wenn der Tag mit einem erfrischenden Bad im See vor der eigenen Haustür beginnt und mit einer Bootsfahrt zum am Ufer geparkten Auto weitergeht, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Stimmt: Es war der perfekte Spätsommertag. Mit einer Wanderung auf den zweithöchsten Berg des „Laurentiden“-Gebirges, zwei Autostunden nördlich von Montreal.

Keine Ahnung, warum wir mehr als zwei Jahrzehnte gewartet haben, um endlich unseren 838 Meter hohen Hausberg Mont Kaikopp zu besteigen, der nur ein paar Kilometer von unserer Cottage aus in den Himmel ragt. Vielleicht, weil man doch lieber in die Ferne schweift, auch wenn das Gute noch so nah‘ ist.

Auf Mallorca, wo wir seit vielen Jahren den Winter verbringen, haben wir Dutzende von Bergen erklommen. Doch hier in Quebec, wo doch unser Zuhause ist, hat es bisher allemal zu gemütlichen Spaziergängen in den Herbstwäldern gereicht.

Heute war Schluss mit lustig. Der Aufstieg zum Mont Kaikopp war eine echte Herausforderung, Mit einem Gipfelblick, der sich hinter keinem Panorama von Mallorca verstecken muss. Zwar weit und breit kein Meer. Dafür jedoch Ahornwälder, Bergbäche und Felsformationen, die älter sind als fast alles, was in Europa zu finden ist. Das „Canadian Shield“ hat mehr als eine Milliarde Jahre auf dem Buckel und gehört zu den ältesten Steinlandschaften der Welt.

Vom Basislager „L’Interval“ aus, einem Sommercamp am Ufer eines Sees, der wohl nach meinem Steuerberater benannt wurde („Lac Legault“), geht es schnurstracks in Richtung Gipfel. Der freundliche Kerl an der Camp-Rezeption spricht von Etappen, die „leicht“ und „mittelschwer“ sein sollen. Ganz ehrlich? Ich empfand die Wanderung als eine der schwierigsten der letzten Jahre.

838 Höhenmeter waren zurück zu legen. Steigung ist nicht gleich Steigung. Wenn der Wanderweg fast schnurgerade zum Gipfel führt, dann ist „mittelschwer“ die Untertreibung des Jahres.

Aber die Anstrengung hat sich gelohnt. Nach zwei Stunden ist der Gipfel des „Mont Kaikopp“ erreicht – von den Algonquin-Indianern so benannt, weil er a) hoch liegt und b) der Aufstieg felsig ist. Die Aussicht von dort oben ist grandios: Plötzlich blickst du auf Landschaften, die du bisher allenfalls mit dem Zeigefinger auf der Landkarte berührt hattest.

Wandern in Quebec – was für eine tolle Erfahrung! Nur das mit den Schwierigkeitsgraden müssen sie noch üben.

 

 

 

 

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3 Gedanken zu „Endlich mal wandern in Québec

  1. Wunderschöne Bilder. Geht es schon los mit der Färbung der Blätter?

    Ich war vor zwei Jahren ganz in der Nähe. Im Regionalpark Chutes-Monte-à-Peine-et-Des-Dalles kann man übrigens auch ganz vorzüglich wandern. Vielleicht ein Tipp für’s nächste Mal? LG aus dem Schwarzwald.

    @ Sonja:
    Danke fuer den Tipp! Nach der gestrigen Wanderung wird es uns jetzt wohl hin und wieder auch in Quebec in die Berge ziehen. Wobei: So zwischendurch ein freier Blick in die Landschaft, das hat schon was. Die gestrige Wanderung war super schoen. Aber das Aha-Erlebnis stellte sich erst auf dem Gipfel ein. – Ja, langsam schleicht sich der Herbst ein. Auch hier am See sieht man schon vereinzelt leicht roetliche Blaetter. Kanada ist eben doch nicht der Schwarzwald. Und gleich gar nicht Mallorca :)

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  2. Faszinierende Bilder einer faszinierenden Landschaft. Und: man lernt nie aus, wenn man Deinen Blog liest. Dass das alles so wahnsinnig alt ist, hatte ich bisher nicht gewusst. Andere Frage: Ist Dein Steuerberater empfehlenswert?

    @ Uli: Klar ist mein Steuerberater empfehlenswert. Wer, wie Marc Legault, einen See nach sich benannt bekommt, kann nicht ganz doof sein. Kleiner Spass. Marc ist ein guter Freund von mir und ein toller Kerl. :)

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