Hörbücher: Meine Art zu lesen

Desktop13Wer schlecht sieht, versucht seine Sinne anderweitig zu kompensieren. Gar nicht so einfach, wenn Lesen zum Tagesablauf gehört wie Essen, Trinken und Schlafen. Die Lösung: Hörbücher.

Zu vielen Büchern, die heute auf den Markt kommen, gibt es auch eine Hörbuch-Version. Die ist zwar manchmal teurer als das gedruckte Buch. Aber dafür gibt’s auch was Anständiges auf die Ohren.

Gedruckte Bücher habe ich seit Jahren nicht mehr gelesen. Als jetzt die Vorab-Druckversion eines neuen Buchtitels einer mir bekannten Autorin im Briefkasten lag, habe ich mich natürlich gefreut. Lesen werde ich das Buch wohl kaum, zumindest nicht in gedruckter Form. Für alle, die auf das Papierrauschen beim Umblättern nicht verzichten möchten – hier geht’s zu: „ACHT STUNDEN MEHR GLÜCK“

Als langjähriger Hörbuch-Konsument weiss ich: Auch wenn das Buch noch so spannend ist und der Text noch so gelungen, muss die Stimme des Sprechers stimmen.

Aktuell höre ich den wunderbaren Americhina-Roman „The Wangs vs. The World“. Die Audio-Version nimmt 14 Stunden in Anspruch. Die Story selbst ist großartig. Würde sie aber von einer Sprecherin vorgetragen werden, die langatmig oder in einer Stimmlage liest, die mein persönliches Hörempfinden stört, hätte ich das Buch nicht gekauft.

Aber da beim Hörbuchkauf ein Audio-Sample möglich ist – so wie beim eBook-Angebot „Der Blick ins Buch“ -, weiss der Käufer, worauf er sich einlässt. Glück gehabt: Nancy Vu ist die perfekte Sprecherin für so ein Action geladenes, spannendes und dabei unglaublich witziges Buch.

Aber es geht auch anders. In meiner Audio-Sammlung gibt es Bücher, bei denen ich nach fünf Minuten den Stöpsel ziehen musste. Die Stimmen der Sprecher bereiteten mir körperliches Unbehagen.

Vielleicht ist man als Radiomensch besonders kritisch, wenn es um Vorlese-Stimmen geht. Aber am eigenen Empfinden lässt sich nun mal wenig ändern.

Besonders vorsichtig bin ich bei Audio-Büchern, die von den Autoren selbst gelesen werden. Nicht jeder gute Schreiber ist ein guter Sprecher. Bei Hape Kerkeling funktioniert das wunderbar, bei einigen anderen gar nicht.

Umgekehrt passiert es schon mal, dass ich einen genialen Sprecher wie Gert Heidenreich runterlade, auch wenn mir das Buch inhaltlich nicht viel gibt. Heidenreich zuzuhören ist ein Gedicht. Er dürfte von mir aus auch aus dem Kölner Telefonbuch vorlesen. (Gibt’s sowas überhaupt noch?)

Generell finde ich deutschsprachige Hörfunk-Versionen stimmlich ansprechender als amerikanische. Mehr als einmal habe ich ein englischsprachiges Audiobook zur Seite gelegt, weil mich die amerikanische Sprechstimme abtörnte. Buch-stäblich.

Was mir am Hörbuch gefällt? Es ist schnell am Ohr, wenn man es braucht. Man ist mobil und kann es auch offline hören. Es wiegt nichts, schont die Augen und lässt einen akustisch in Welten eintauchen, was selbst das beste gedruckte Buch nicht schafft.

Wer einmal mit dem Knopf im Ohr eingeschlafen ist, weiss, was ich meine.

4 Gedanken zu „Hörbücher: Meine Art zu lesen

  1. Ich liebe Hörbücher. Bis vor kurzem bin ich noch (pro Strecke) mindestens 1h mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Dabei habe ich schon das ein oder andere Buch gehört. Gerade ist es „One Summer – America 1927“ von Bill Bryson (liest er selber) kann ich nur empfehlen 😎

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  2. Stimmt. Aber es gibt inzwischen Plattformen, die – unabhängig von dem Verlag, bei dem das gedruckte Buch erschienen ist – ausschließlich Hörbuch-Versionen anbieten. Zum Beispiel hier: https://audiobookstore.com Natürlich müssen die Vertragsbedingungen mit dem Druck-Verlag entsprechend ausgehandelt werden.

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  3. Das ist der Nachteil der kleinen Regional-Verlage. Du kannst noch so viele Bücher schreiben, zum Hörbuch reicht’s -leider- nicht.

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