Die Sache mit dem prima Klima

Ganz schön cool: Heute Nachmittag am Alten Hafen © Bopp

Das mit dem Wetter in Kanada ist so: Im Winter gefrieren einem bei minus 35 Grad die Barthaare an die Lippen. Dann kommt das Frühjahr, das in diesen Breiten ohnehin ausfällt. Und im Sommer liegt das Thermometer etwa auf der Höhe von Trumps IQ. Für morgen sind 40 angesagt. Gefühlte 40 Grad Celsius. Noch Fragen?

Ja, noch eine Frage: Was macht man mit so einem Klima? Die kurze Antwort: Man versucht sich zu arrangieren.

Wenn es zu heiß wird in der Stadt, setzt sich der Rentner ins Auto und fährt zwei Stunden in den Norden. Dort wartet am Ufer eines kühlen Sees das Blockhaus. Dahinter bäumt sich ein Wald als Schattenspender auf.

Alles gut. Müsste man meinen.

Doch dann rollt die Hitzewelle an. Sie kommt wie eine glühende Dampfwalze auf dein Blockhaus zu, schiebt 35, 37 Grad vor sich her, breitet sich frech aus und bleibt wie eine riesige Glocke über deinem Sommerquartier stecken und bewegt sich tagelang nicht einen Zentimeter weit.

Irgendwann entscheidet sich das Quecksilber deines Thermometers, dass es jetzt genug sei, sonst müsse es vor Hitze platzen.

Der schattige Wald lacht sich dabei eins ins Fäustchen. „Sahara!“, flüstert mir der Ahornbaum ins Ohr, „Wolltest du nicht immer schon mal in die Wüste?“.

Stimmt. Aber nicht jetzt. Sahara kann warten. Im Moment steht mir der Sinne eher nach einem frischen Arktis-Lüftchen. Sibirien vielleicht, oder Alaska.

„Warum Alaska?“, fragt das Wäldchen mit heiserer Stimme. „Weil es bei uns hier nicht einmal mehr nachts richtig abkühlt!“, blaffe ich in den Wald hinein.

Tagsüber werden jetzt die Fenster mit Vorhängen, Bettlaken und Handtüchern zugehängt. Nichts zu machen: Die Hitze sagt Hallo!

Irgendwann zeigt man der Hitze im Blockhaus den Mittelfinger und paddelt mit dem Boot zur Anlegestelle. Dort wartet ein eigentlich ziemlich cooles Auto auf dich. Doof nur, dass zuletzt ein Feuerschlucker auf Steroid damit gefahren sein muss. Die Luft flimmert  unsäglich vor Hitze.

Schon wenige Minuten nach dem Start wird das coole Auto merklich kühler. Es bringt dich nach zwei Stunden Fahrt in alter Frische in die Stadt zurück, dorthin, wo du der Hitze vor einer Woche noch entflohen warst. Das coole Auto setzt dich in der gekühlten Tiefgarage ab.

Ein paar Meter noch und du hast es geschafft. Ein Knopfdruck und die Klimaanlage in der Loft schnurrt jetzt wie ein Kätzchen.

Und dann: Fahrradtour nach Alt-Montreal, mitten in der Mittagshitze. Egal.

Ahhhh … Stadtleben kann ja so cool sein!

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3 Gedanken zu „Die Sache mit dem prima Klima

  1. 🌞Ich fühle mit Euch 😅 ..Schicke aber sofort ein Gewitter hinterher ! ..es wird Euch auf 24 °C herunter kühlen !!
    Nehmt es einfach als Training session für den Monat August !!
    Nicht vergessen, dann bekommt ihr noch einen extra Bonus in Form der so genannten :
    “no see ems“ (?) Black flies ?
    Habe diese kleinen bissigen Fliegen inzwischen auch auf Eurer Lieblingsinsel gesichtet !!
    ( hattet Ihr die mal im Gepäck ? )
    Ja .und danke für die Erleuchtung :
    Jetzt weiß ich endlich warum Trumps Base den Durchblick nicht hat = ( 40°C x 9/5 ) +32°C = 104°F❗️
    Greetings to you and yours !! XR..🌴

    Gefällt 1 Person

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