Insider-Tipps für Mallorca

IMG_E2836 (1).jpgWo gibt’s den besten Cortado? Wo finde ich den besten Zahnarzt? Der schönste Wochenmarkt, die interessanteste Bahnstrecke, die beste Tapas-Bar. All das habe ich nach zehn Wintern auf Mallorca für Sie zusammengestellt. Es ist eine sehr persönliche Best-of-Mallorca-Liste, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Handy und Internet – immer gut bedient von Walki und Christian Handyladen CMC

Sehen und gesehen werden: Bar Bosch

Toller Blick über Palma: Skybar Almundaina

Ein Arzt für alle Fälle: Dr. Diaz

Bei Zahnschmerzen hilft Tag und Nacht: Dr. Ruslan

Wenn’s wirklich ernst wird: Hospital Palmaplanas

Schwäbische Hausmannskost mit Blick aufs Meer: Ballermännle

Wunderbare Paella bei herrlicher Sicht: Cala Canta

(Meistens) wunderbare Paella in etwas gepflegterer Atmosphäre: „el Bungalow“

Die besten Tapas weit und breit: Tast

Wenn’s dann schon Pizza sein muss: Piadina E Vino

Bahnfahrt quer über die Insel: Palma-Inca

Busfahrt durch Berge und am Meer entlang: Palma Sollér Valdemossa

Klassische Wanderung für Anfänger und Fortgeschrittene: Deia-Sollér

Mallorcas schönster Wochenmarkt (nur sonntags): Santa Maria

Ramsch und alles Mögliche: Flohmarkt Consell

Perfekte Kurzwanderung zu Beginn der Mandelblüte: Andratx – Port Andratx

Spaziergang von Palma immer am Meer entlang: Palma – Can Pastilla

Von Palma an die Strände und zurück: Stadtbusse 15 und 25

Das schönste Café Palmas, vielleicht sogar von Mallorca: Cappuccino San Miguel

Konditorei mit meinem Freund Alfonso: Horno Santo Cristo

Tolle Bar mit Blick aufs Meer: Varadero

Die abgefahrenste Bar, die Sie garantiert je gesehen haben: Abaco

Wo die Mallorquiner baden gehen: Ses Illetes

Feines Lokal mit gehobener Küche: Emilio

Sollten Sie in Palma einem  Straßenmusiker begegnen, der göttlich Flamenco spielt, dann ist es Carlos. Grüßen Sie ihn von mir und seien Sie großzügig. Er hat es verdient.

Kurz zum Kumpel nach Marseille

IMG_3322Von Mallorca nach Marseille ist es eine knappe Stunde mit dem Flugzeug. Für kanadische Verhältnisse also gerade mal kurz um die Ecke. Perfekt, um einen Freund aus Montréal zu besuchen, der einen Teil des Winters am Mittelmeer verbringt.

Für mich war der Trip ein Déjà-vu. Bei meiner letzten Reise nach Marseille war ich gerade mal sechzehn. Mit Rucksack und Gitarre hatte ich mich per Anhalter wochenlang durch Europa treiben lassen, in Stadtparks und Eisenbahnwaggons übernachtet und meine Eltern fast zur Verzweiflung gebracht.

Diesmal ging es gesitteter zu. Zwar immer noch mit Rucksack, aber mit Hotelreservierung ging es im Flieger nach Südfrankreich – nicht von Ummendorf aus, sondern von Mallorca, wo wir den Winter verbringen.

Der erste/zweite Eindruck von Marseille: Das Tor zum mediterranen Teil Europas ist eine wunderschöne Stadt. Marseille hat aber auch eine dunkle Seite. Es gilt als Frankreichs Hauptstadt für Kriminalität und Drogen, für Mord- und Totschlag. Es gibt angeblich Viertel, in die sich auch heute noch kaum jemand wagt und in denen eigene Gesetze herrschen.

Echt jetzt? Solche Gegenden kenne ich in Palma auch. Nur geht man da einfach nicht hin. Basta.

Richtig ist, dass mir als Teenager damals in Marseille meine Gitarre gestohlen wurde und ich zeitweise meinem Broterwerb als Straßenmusiker nicht mehr nachkommen konnte. (Ein Polizist erbarmte sich meiner und fand das gestohlene Instrument schließlich auf einem Flohmarkt wieder).

Richtig ist aber auch, dass wir uns während unseres jetzigen Kurzbesuchs zu keinem Zeitpunkt bedroht fühlten und wir weder beklaut, überfallen oder ermordet wurden. Dies gilt übrigens auch für unseren Freund Jean, der unweit des Hafens wohnt, wo doch angeblich Mord und Totschlag herrschen. So viel zum Thema Ruf und Wirklichkeit.

Die stundenlangen Spaziergänge durch die Altstadt, die Hafengegend und sogar hinauf zur Basilika Notre-Dame de la Garde waren wegen der Hügellandschaft zwar anstrengend, aber auch faszinierend und wunderschön.

Das multikulturell geprägte Stadtbild von Marseille erinnerte mich ein wenig an Montréal, einige geschichtsträchtige Ecken aber auch an Palma. Alles in allem also eine perfekte Mischung zwischen den beiden Städten meines Herzens.

Und wie war das nochmal mit dem „Essen wie Gott in Frankreich„? Ich kenne Herrn Gott nicht, vermute aber, da ist was dran. Jedenfalls haben wir nicht ein einziges Mal schlecht oder auch nur mittelmäßig gegessen. Selbst der Gâteau aux pommes meringué in der Abflughalle schmeckte himmlisch, dabei war die Maschine zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal über den Wolken.

Reden wir nicht über französische Preise. Oder sagen wir mal so: Meine freundliche  Kreditsachbearbeiterin bei der Ulmer Volksbank wird demnächst einen Anruf von mir bekommen. Ist es dann zwingend notwendig, ihr zu verraten, dass die Bouillabaisse 36 Euro gekostet hat? Pro Person und ohne Wein?

Was dem Bub aus Ummendorf sonst noch passiert ist, damals in Marseille, können sie übrigens in meinem kleinen Roadtrip-Roman „DAS GIBT SICH BIS 1970“ nachzulesen. Dazu gehörte auch die Erkenntnis, dass Französisch weit mehr sein kann als nur eine wunderbare Sprache.

 

Mehr über das Leben am Meer

IMG_2261Wenn ich etwas verabscheue, dann ist es eine Gemeinsamkeit mit Donald Trump. Aber jetzt ist es passiert: Ich hatte – zwar nicht per Twitter, aber in meinem Blog – vorlaut verkündet, wie wunderbar doch das Leben am Meer sei. Jetzt weiss ich es besser: Ich möchte nie dauerhaft am Meer leben!

Die Faszination für das animalische Brüllen, das orgastische Stöhnen, die rohe Gewalt des  Meeres, die bei mir noch vor zwei Monaten Begeisterung ausgelöst hatte, ist vorbei. Ich finde – Achtung, Erste-Welt-Problem! – das Leben am Meer mega-anstrengend für die Sinne. Und ganz oft nervt es.

Ist der Himmel grau, spiegelt sich die Farbe ziemlich plump im Meer und das Wasser wird dunkelgrau. Grau und Grau ergibt eine Mischung, die keiner will.

Regnet es, dann regnet es überm Meer besonders heftig. Stürmt es, türmen sich die Wellen vor deinem Wohnzimmerfenster meterhoch und die Gischt des Meeres sorgt für eine Unruhe in dir, vergleichbar mit der Angst des Torwarts vor dem Elfmeter.

Und überhaupt: Gestern noch war die Plexiglasverschalung an deinem Balkon klar und durchsichtig, heute überzieht sie eine Schicht von Meersalz, manchmal mischt sich goldgelber Sahara-Sand darunter. Meerschicht statt Meersicht.

Dann spielen sich in deinem Kopfkino Tsunamis ab, bei denen Menschen aus mehrstöckigen Hotels zurück ins Meer geschleudert werden, wo sie von Haien aufgefressen werden, schlimmstenfalls auch von Ertrinkenden.

Die Boote und Surfbretter, die im Hafenbecken unter deinem Fenster geparkt sind, werden im Sturm wütend, fangen an zu klappern, zu pfeifen und zu johlen. Und wenn du Pech hast, johlen die Besitzer gleich mit, denn sie befürchten jetzt den Totalverlust ihres Besitzes und damit ihres Image.

Manchmal, ganz selten, zeigt sich das Meer aber auch von der liebevollen Seite. Von der Seite, wie wir es aus dem photogeshopten Reiseprospekt kennen. Beruhigend und als Seelenbalsam. Aber es sind flüchtige Momente, die kommen und gehen und kaum eine Chance haben, sich in deine Erinnerungsfestplatte einzubrennen.

„Du wusstest das alles“?, fragte ich neulich meinen Atlantik-erfahrenen Freund, der mir in jedem Punkt Recht gegeben hatte. „Klar“, sagt der und setzt noch einen drauf: „Und bestimmt fühlt sich so nah am Meer alles total klamm an“.

„Genau so ist es“, sage ich. Und höre SIE jetzt schon sagen: „Der ist doch selber klamm im Kopf! Wie kann einer das Leben am Meer nicht mögen“?

Sie haben gut reden auf ihrem gemütlichen Sofa, von dem aus Sie ihrem Rasenroboter bei der Arbeit zuschauen, wie er fast mühelos und unglaublich nervenschonend Halm für Halm streichelt, ehe er ihn dann liebevoll köpft und zu duftendem Heu macht.

Und weit und breit kein Meer …

Mallorca: Die Kanadier kommen!

IMG_E2271Inzwischen waren fast alle mal hier, um uns auf Mallorca zu besuchen: Freunde, Kollegen, Brüder, Schwester und Schwägerinnen, Neffen und Nichten. Sie kamen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eingeflogen – und liebten die Insel nicht weniger als wir. Dass Freunde aus Kanada zu Besuch auf Mallorca sind, kommt selten vor. Jetzt war es wieder soweit.

Drei von ihnen besuchten unsere Lieblingsinsel für fünf Tage. Und fanden Mallorca wunderbar – sogar bei strömendem Regen und Bibber-Temperaturen.

Schon vor drei Jahren hatten wir einmal Besuch von einer kanadischen Radlergruppe. Auch sie waren damals angetan von der Vielfalt der Insel und den sportlichen Möglichkeiten, die Mallorca bietet.

Dass Mallorca jetzt auch bei Kanadiern ein Reisethema sein kann, hat mir ausgerechnet meine Montrealer HNO-Ärztin als erste erzählt. Zwischen „Mach-mal-aaaah“, Zäpfchengucken und Stirnhöhlen-Klopftest ließ sie mich wissen, wie sie sogar ihren Honeymoon in Port de Pollença im Norden der Insel verbracht habe. Und natürlich wolle sie unbedingt wieder kommen.

Freut mich, dass es ihr hier gefallen hat. Und auch, dass die soeben wieder abgereisten drei Montrealer Freunde die Insel ins Herz geschlossen haben, ist schön. Und natürlich auch die Radlergruppe aus Ottawa. Alle waren sie uns übrigens hochwillkommen, denn es sind gute Freunde, die wir immer wieder gerne sehen.

Aber ich muss aufpassen, dass das ohnehin schon überlaufene Mallorca nach der deutschen, britischen und skandinavischen jetzt nicht auch noch eine kanadische Invasion erlebt. Die Insel platzt ohnehin schon aus allen Nähten.

„Du schreibst ja auch nur tolle Sachen über Mallorca“, warnte mich neulich ein Freund. Da sei es schließlich kein Wunder, dass jetzt die Touristen schon aus Kanada Schlange stehen.

Also, dann mal anders: Seit einer Woche haben wir hier so gut wie keine Sonne gesehen. Und überhaupt ist es potthässlich hier und wir bibbern uns einen ab. Wegen des Dauerregens befürchten wir ernsthaft, demnächst Schwimmhäute zwischen den Fingern zu bekommen.

Sie sehen: So schön ist Mallorca dann auch wieder nicht …

Mallorca Today: 50 Shades of Grey.

Ein Fröhlichmacher namens Rob

Sein Traum? Als erster Mensch der Welt 150 Jahre alt zu werden, das wär’s. Wird er es schaffen? „Sehe ich so aus wie einer, der zu viel verspricht“? Jetzt grinst er und schickt dabei ein Zwinkern über seine gebräunten Gesichtshälften und du denkst für den Bruchteil einer Sekunde wirklich: Wenn es einer schafft, dann er.

Rob Overall heißt der alte Showman, „they call me Doc“. Ich treffe ihn auf dem Flohmarkt von Consell. Dorthin strömen Sonntag für Sonntag Tausende aus allen Ecken Mallorcas. Mehr Unnützes für weniger Geld geht nicht.

Rob verkauft keinen Ramsch. Es sind gut gebaute Gitarren, die er einmal in der Woche in seinem Vitara von Valdemossa nach Consell schippert. Bei Valdemossa, dort wo das Tramuntanagebirge das Meer küsst, lebt der liebenswerte Engländer auf einer kleinen Finca. Manchmal mit Partnerin („Anwältin aus Paris“), oft allein oder mit Freunden. Auf dem Flohmarkt in Consell verdient er sein Geld. Oder auch nicht.

Verkauft er eine Gitarre pro Sonntag, hat er seine Unkosten für Sprit und Standmiete raus. Bei zwei geht es ihm schon ganz okay. Mehr sind es nur selten. Aber weil er nicht nur Consell beliefert, sondern samstags auch Son Bugadelles bei Santa Ponsa, klappt das ganz gut mit dem Gitarrenhandel. Die Instrumente bringen ihm Leute an den Stand, die sie loshaben wollen. Man kennt sich in Gitarrenkreisen.

An Robs Stand sorgen ausgewachsene Männer für Kleine-Jungs-IMG_2680Stimmung. Da zupft einer, während ein anderer pickt. Dort schlägt und schrammt einer und wieder ein anderer glaubt, er könne hier einfach mal nachtunen, was längst gestimmt ist. Und dann diese Jam-Sessions! Gibt es eigentlich irgendjemanden, der nicht gerne mal in einer Band gespielt hätte? Oder gespielt hat?

So viele Experten mit so wenig Ahnung gibt es nur an Robs Gitarrenstand.

Nicht immer hat Rob sein Geld mit Gitarren verdient. Es gab eine Zeit, da hatte er seine eigene Stahlbau-Firma, das war in Kent/England. Danach verscherbelte er Landrovers in alle Welt „und alles, womit sich sonst noch handeln lässt“. Aufgewachsen ist er auf einer kleinen Farm in Norfolk. Von Gitarren und Landrovers damals noch keine Spur.

Die schulterlangen Haare, der graue Hippiebart, die Bikermütze, Armringe, Sonnenbrille, all der andere Schmuck und überhaupt? Er sei halt schon immer einer gewesen, der das Abenteuer und die Freiheit liebt. Harleys, Landrover, die Stones, die Beatles. Und Gitarren. Diese Mischung habe ihn schließlich auch nach Mallorca gebracht.

Es war vor 15 Jahren. Für einen Kumpel skipperte er Boote von Brighton aus nach Frankreich und von dort über die Kanäle ans Mittelmeer und schließlich auf die Balearen.

Der Kumpel, wie so vieles im Leben von Doc Overall, war auch nicht so ganz das, was man sich unter einem Normalbürger vorstellt. „Er war der Masseur des amerikanischen Präsidenten“. Welcher Präsident?, will ich wissen. „Bush“. Okay, Bush. Aber welcher Bush? Alle.

Jedenfalls war sein Kumpel ein guter Masseur und Rob nicht nur ein guter Typ sondern auch ein ganz guter Geschäftsmann. Also haben sie sich auf Mallorca zusammengetan und diese Finca bei Valdemossa gekauft.

Und die Gitarren? In diese Welt habe ihn Graham eingeführt, sein Sohn. Während er, Rob, nicht einmal einen Akkord spielen könne, sei sein Sohn ein Profi. Er singt und tanzt und spielt und kocht.

„Und wo ist dein Sohn“?

„In Ashville/USA“.

„Du meinst Nashville, Rob?“

„Nein, in Ashville, North Carolina“.

Dort, wo die Blueridge Mountains in den Himmel ragen, sei sein Sohn hingezogen. Und natürlich hat auch er sich einen Namen gemacht. Er sei dort bekannt als „The Singing Chef“. Nun ja, er koche und mache auch Musik. Was man eben so tut in Ashville. Übrigens habe der Sohn in Amerika eine Millionärin gefunden. Ach was, Millionärin. „She is a billionaire!“. Dann eben Milliardärin, warum auch nicht.

Wie er so gut gelaunt hinter seinem Verkaufsstand auf und ab tänzelt, könnte man glauben, man habe es mit einem spät pubertierenden Teenager zu tun. Dabei ist der Mann im Biker-Outfit 72. Zwei!und!siebzig! Echt jetzt.

Und weil er noch nicht einmal die Hälfte seines angepeilten Alters erreicht hat, plant er zurzeit sein Leben, 2. Teil. Schon bald möchte er auch anderen Menschen die Kunst eines langen, glücklichen Lebens verraten, gesunde Ernährung inklusive. Für professionelle Massagen steht sein Kumpel zur Verfügung, dem ja der Ruf als Bush-Masseur vorauseilt.

Zwei, drei Frauen würden er und der Kumpel gerne pro Sitzung therapieren, sagt Rob. Nur Frauen? „Männer stören bei solchen Sessions eher“, sagt er. Und wieder huscht dieses Zwinkern über sein Gesicht, das wir ja bereits von der 150-Jahre-Prognose her kennen.

Ich glaube übrigens, hinter Robs Geheimnis gekommen zu sein. Der fröhliche Gitarrenhändler nimmt sich einfach selbst nicht so richtig ernst.

„Mallorca Love Stories“: Nicht immer Liebe auf den ersten Blick

IMG_3529Mein erstes Mal kennen Sie ja schon. Ich hatte neulich schon darüber geschrieben. Aber warum lieben eigentlich so viele andere Menschen Mallorca so sehr? Und: Wie hat alles angefangen? Ich habe Mitglieder des Mallorca-Forums gebeten, ihre ganz persönliche Love Story aufzuschreiben. Hier sind ihre Geschichten – unredigiert, aber mit Herzblut geschrieben.

mopest:

Bei mir hat es vor über 30 Jahren angefangen, 1983 mit einem Segelkurs in Porto Pollensa (bei Gottfried Möller, damals noch über Neckermann. Inzwischen hat seine Tochter die Segelschule übernommen und ich freue mich jedesmal, die Segelboote zu sehen). Ich war dann noch 2x zum Segeln da und habe mich bei diversen Ausflügen in die Insel verliebt.

Danach wurde es etwas etwas problematisch: mein 2. Mann weigerte sich schlicht, nach Mallorca zu reisen, da er einmal einen Horror-Urlaub im Hochsommer in einem Schrotthotel in Port de Alcudia erlebt hatte.

Aber es gelang mir dann doch, ihn zu einer Wanderwoche mit Freunden im Januar 1989 in Port Soller zu überreden. Und für ihn wurde es dann Liebe auf den 2. Blick.
Seitdem sind wir fast jedes Jahr mindestens einmal auf der Insel gewesen, meist auf der Westseite (Pto. Pollensa, Pto. Soller, Camp de Mar, 2x auch Cala Ratjada), immer im Frühjahr oder Herbst. Es gibt keine in einem Wanderführer aufgeführte Wanderung mehr, die wir noch nicht gemacht haben und natürlich haben wir auch selbst die eine oder andere Strecke für uns entdeckt. Auch wenn wir alters- und gesundheitsbedingt etwas kürzer treten müssen, wir finden immer noch geeignete Wege.

Im letzten September war es uns aber fast zu voll auf der Insel, so dass wir dieses Jahr mal wieder nach Menorca ‚ausweichen‘ wollen. Und vielleicht schaffen wir es 2019 endlich mal zur Mandelblüte.

Auf jeden Fall habe ich bis jetzt keine schönere Insel gefunden.

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PRENSAL BLANC:

War es Liebe auf den ersten Blick? Nein, sicher nicht. In einer Stressphase Mitte der Neunzigerjahre ließen wir uns nach eingehender Beratung (haha!) in einem Reisebüro von diesem kurzfristig nach Cala d’Or verschicken. Die dortige „Anlage“ unterbot alle Erwartungen.  Andererseits führten genau diese Umstände dazu, dass wir uns rasch einen klapprigen Twingo  – mit Faltdach fürs Cabriofeeling – („Nieeeemals würde ich mir sooo ein Auto kaufen!“) mieteten und erst die nähere, dann die weitere, dann die ganze Insel erkundeten.

Wir stellten rasch fest, dass es überall schöner war. Unsere Taschen hatten wir stets im (überschaubaren) Kofferraum. Es hätte ja sein können, dass irgendwo noch eine freie Herberge…

War es nicht. Nicht in diesem Urlaub. Dafür aber in den vielen Folgenden. 

Wieder daheim kaufte ich mir einen Twingo mit Faltdach, fürs Cabriofeeling.  Einige Jahre (und Hotelaufenthalte) später kauften wir eine Wohnung im Südwesten. Dort bin ich gerne 5 – 6 mal im Jahr und das ist genau richtig und darf auch so bleiben. Eine Liebe darf man schließlich nicht überfordern. 

Den Twingo fahre ich übrigens immer noch. Er wird in diesem Jahr 21 Jahre alt.

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STR-OMI:

Angefangen hat alles vor einer halben Ewigkeit damit, dass wir dem Trubel und der Arbeit zu unserer Silberhochzeit daheim entfliehen wollten. Stattdessen wollten wir ganz einfach uns selbst mit dieser ersten Mallorca-Reise etwas Gutes tun.

Die Insel hinterließ sehr nachhaltige und wunderbare Eindrücke. Also folgten Jahr für Jahr 2 bis 4 Wochen im Winter auf Mallorca. Und das wird hoffentlich auch nicht mit der Goldenen Hochzeit beendet sein.

Wir genieße hier (und nur hier) immer den Komplett-Service, also Pauschalreise beim Reisebüro mit all‘ seinem Service gebucht. Und Hotel-Aufenthalt mit Halbpension. So müssen wir uns um nichts als um uns selbst und unsere Freizeitgestaltung kümmern. Dafür finden wir abends wie auch morgens einen so reichlich und vielseitig gedeckten Tisch vor, wie ich ihn selbst nie gestalten könnte ( jedenfalls nicht aus Vernunftsgründen).

So hat sich einst mit dem neuen Urlaubsziel Mallorca auch eine neue Urlaubsart unser bemächtigt. Man könnte es natürlich auch „eine neue Bequemlichkeit“ nennen. Denn für alle auftauchenden Fragen oder Schwierigkeiten gibt es Ansprechpartner.

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EVEL:

Bei mir fing es ganz unspektakulär mit einem 2-Mädels-Urlaub mitten im Geschehen in Arenal an. Das ging dann 3 Jahre so. Dann ging es mit einer 6 Freundinnen ebenfalls nach Arenal. Auch wieder 3 Jahre. Davor und auch während dieser Zeit Urlaub mit Mann und Kind in Alcudia im Hotel. 1 Urlaub mit Kind und Schwiegermutter in Cala Dor und noch 1 Urlaub mit Freunden inkl. Kindern in Santa Ponsa. Dann flog ich mit meinem Mann übers WE nach Porto Colom, wo der Wunsch reifte, sich vielleicht ein Häuschen zu kaufen, als Urlaubsdomizil. Das haben wir inzwischen in Sa Rapita und haben es noch keine Minute bereut.

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ISASTAR:

Wo soll ich anfangen? Dass meine Eltern Mitte der 60er Jahre das erste Mal Urlaub auf dieser traumhaften Insel gemacht haben. In einem kleine Örtchen an der Ostküste, S’Illot. Damals gab es dort nur ein oder zwei Hotels. Das Hotel, das sie gebucht hatten wurde im ersten Jahr nicht direkt mit dem Bus angefahren, so dass sie durch den Sand zum Hotel laufen mussten. Seitdem waren sie jedes Jahr dort, freundeten sich mit dem Hotelier an. Ich kam dann mit 16 Monaten das erste Mal mit. Das gesamte Hotelpersonal, wie auch die Hoteliersfamilie passten auf mich auf. Bis ich 19 Jahre alt war, waren wir jeden Sommer dort, teilweise bis zu 4 oder 5 Wochen. Selbst Weihnachten und Silvester wurden dort im Familienkreis gemeinsam gefeiert. Dann wollte ich aber doch mal was anderes sehen, bis sich die Gelegenheit ergab meinem Freund die Insel zu zeigen. Meine Mutter hatte Geburtstag und feierte auf Mallorca. Wir überraschten sie mit einem Spontanbesuch. Seitdem waren mein Freund und ich ebenfalls unzählige Male dort. Haben dort auch schon Turniere tanzen können. Mittlerweile wohnen wir aber nicht mehr im Hotel, sondern mieten uns meistens ein Apartment. Unsere Freunde treffen wir immer noch. Es stecken so viele schöne Erinnerungen in den Urlauben, so dass ich sagen kann, dass Mallorca meine zweite Heimat, sogar mit Familienanschluss, geworden ist. 

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LENAMAR:

Ich reise seit 1986 regelmäßig nach Spanien. Zunächst immer nach Karneval nach Gomera, den Winter abkürzen, mal wieder Sonnenlicht erblicken. Schön, damals mehr als heute, weil der Prozeß verläuft wie überall: erst kommen die Hippies (schlafen am Strand), dann die Studies und Lehrer mit „alternativem Anspruch“ (schlafen bei Maria in der aufgestockten Etage), dann die „Neckermänner“ (schlafen im Hotelbunker). Außerdem ist der Flug lang (ca. 5 Stunden), dann muß man noch auf die Fähre (verkehrt jetzt öfter), weiter mit Bus/Taxi/Mietwageni. Ich war schon ein paar Jahre nicht mehr da.
In den 90ern war ich viel auf dem spanischen Festland unterwegs: Interrail Figueras (Dalímuseum, sogar mit Führung ;) ), Barcelona, Madrid, das andalusische Dreieck Cordóba, Sevilla, Granada. Alles schön, aber natürlich eher urban.

Oder mit dem Bulli (Freistehen): San Sebastían, Santillana, Comillas, überhaupt Asturien, die Picos de Europa, die Lagos Enol/Ercina, Sidrerías/Merenderos unter freiem Himmel. Auch alles sehr schön, aber den Bulli gibt es nicht mehr, der damalige Partner immer noch ein Freund, aber Ex-.

Mit dem jetzigen Partner: eine Reise nach Gomera, eine nach Andalusien und dann – ab 99 – Mallorca. Ich mußte auch erst überredet werden, ich dachte wie so viele eben auch zunächst an Ballermann und Hotelburgen.

Gibt’s natürlich alles und zuviel davon, aber, wie wir dann feststellten, eben nicht nur.
Um die Jahrtausendwende gab es Rückflüge für manchmal um die 30/40 Euro (da war noch DM, umgerechnet also), die Mietwagen waren günstig, mit dem Zelt in Lluc für lau/ gute Erreichbarkeit, überschaubare Kosten – das war auch hilfreich bei einer Entscheidung.
Seitdem haben wir wohl so um die 20 Reisen nach Mallorca gemacht und ich behaupte, wir sind mehr rumgekommen als so manche Residenten (von denen manche ja auch einen Arbeitsalltag haben).

Vieles hat uns sehr gefallen, manche Bilder möchte man lange im Kopf behalten.
Andere Entwicklungen gefallen uns weniger, Stichwort „Mallorca erstickt an sich selbst“. Zu viele Leute überall. Führt auch zu Abschottungswünschen und mehr oder weniger Tendenzen, die fremden Invasoren irgendwie einzuhegen, am besten in AI-Anlagen, wo man sie vor Abflug nicht mehr raus läßt.

Wir machen mal Inselpause. Im letzten Jahr waren wir auf Menorca und in Andalusien. Dieses Jahr? Mal sehen.

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JAZZYJAMIE:

Ich wohne zwar noch nicht auf Mallorca, aber ich fühle mich der Insel ebenso verbunden. Drum möchte ich mitmachen.

Vor 14 Jahren bekam ich zu meinem 30. Geburtstag ein Wochenende auf Mallorca geschenkt. Ich war vorher noch nie dort gewesen. Mein damaliger Mann und ich checkten im Hotel in Cala Figuera ein als ich zu Fuß den kleinen Hafen erkundete, liefen mir plötzlich die Tränen nur so über das Gesicht, obwohl ich nicht im mindesten traurig war. Es war einfach nur so schön.

Dass ich zwei Tage später schon wieder zurück fliegen sollte, brach mir das Herz und so fing alles an. Von da an musste ich jedes Jahr einmal meine Insel wiedersehen. Ich schaute mir Immobilien an, Wohnungen Häuser, lernt Menschen kennen die dort leben und arbeiten, trat durch meine Musik einige Male selbst in dem ein oder anderen Hotel oder in der ein oder anderen Kultur-Finca auf und wurde mit der Insel Jahr für Jahr vertrauter.

Mit 35 hätte ich die Chance gehabt, an der Schule in Santa Ponsa eine Anstellung zu bekommen, direkt daneben war eine Musikschule und ich hätte an beiden Stellen in Kombi arbeiten können. Mein Mann konnte aber keine Visionen entwickeln und so verlief die Planung im Sande. Ein Jahr später teilte er mir zum ersten Mal ehrlich mit, das er nicht nach Mallorca möchte. Irgendwann kam die Scheidung (natürlich überwiegend aus anderen Gründen). Eine neue Partnerschaft, ein neuer Anlauf….die letzten 14 Jahre habe ich genutzt, um mich dem Segelsport zu widmen, spanisch zu lernen und mich beruflich unabhängig zu machen, was definitiv die schwierigste Aufgabe war.

Während es mich mit 44 nun langsam vor Ungeduld fast zerreißt, arbeitet mein jetziger Partner nun auch an seiner beruflichen Unabhängigkeit, was noch etwas Geduld erfordert. Ich tröste mich unterdessen mit ein paar Segeltörns auf dem Mittelmeer, um mein neues Revier besser kennen zu lernen. Mittlerweile arbeite ich als Beraterin und Entspannungscoach in den Sommermonaten outdoor und meine Vision ist es, meine Coaching mit auf die Wanderungen durch Mallorcas Bergwelt zu nehmen. Und weiterhin die ein oder andere Jazzbar ( daher mein Forenname) unsicher zu machen, wenn ich endlich mal gelandet bin, wo ich hingehöre. Sobald sich eine Unterkunft findet, breche ich auf und strecke meine Fühler aus. Und wer weiss, ob ihr mich dann mit 60 Jahren grauhaarig nicht auf irgendeinem Barhocker in einer Bar trefft und Jazz und Latin singen hört. Ich hoffe, es klappt früher.

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PHILBER:

Wie bin ich nach Mallorca gekommen ? Die Antwort findet sich im Sand. Wie das ? Mit kleinen Kindern waren für uns Strandurlaube das Ziel. Aber ich war nie richtig begeistert von der Stränden der Kanaren oder Griechischen Inseln. Ich mag keinen Kiesstrand oder grobsandigen Strand oder dunklen Sand. Also habe ich gegoogelt, lange gesucht und bin auf “Playa de Muro“ gestoßen. Ein kilometerlanger feiner Sandstrand – aber auf Mallorca … Die bekannten Vorurteile ließen mich weitersuchen, aber ohne Erfolg. Irgendwann (nach einigen Monaten) hatte ich keine Lust mehr und wir flogen im August 2009 das erst Mal auf die Insel. Unterkunft war das Hotel Alcudia Park. Ein Hotel mit hervorragendem Essen und einer tollen Lage an einem feinsandigen Strand, der nicht überlaufen war. Laut Prospekt war es ein ruhiges Hotel, aber die U-Form ließ mich daran zweifeln. Und die Zweifel waren berechtigt. Im Innenhof war tagsüber und bis 1 Uhr Nachts Lärm.

Strandspaziergänge führten uns einmal Richtung Alcudia und einmal Richtung Can Picafort. Dabei entdeckten wir das Playa de Muro Village. Ein ruhiges Hotel mit zweistöckigen Apartments. Verhandlungen mit der Kundenmanagerin (mit der ich noch heute im Kontakt stehe – sie leitet jetzt eine Huerzeler Radsport-Bekleidungsfiliale) gaben uns die Möglichkeit, das Hotel zu wechseln. Aber: wir mussten uns schnell entscheiden wegen der Checkout-Zeit. Es blieben genau 60 Minuten, um unsere Zimmer zu räumen. 60 Minuten – ist das machbar ? Ja. Genau vor Ablauf des Limits standen wir in der Hotellobby und hatten ausgecheckt. Alle Koffer und das lose Gepäck verstauten wir in unseren kleinen Mietwagen, bis er voll war. Meine Frau ging mit den Kindern zu Fuß, da im Auto kein Platz mehr war. Aber das war uns egal.

Dann dieser Moment der Ruhe – herrlich. Wir konnten uns jetzt in der zweiten Ferienwoche richtig erholen. Ohne den Lärm vom Pool und in der Nacht. Zwei Jahre später kamen wir erneut in das gleiche Hotel und konnten wieder zwei Wochen erholsamen Urlaub verbringen. Wir entdeckten Palma, die Berge und Dörfer. Und so mieteten wir uns wieder zwei Jahre später ein Apartment – ganz in der Nähe. Mallorca wurde uns vertraut. Touren durch die Insel ließen den Gedanken aufkommen: hier könnte man öfters sein. Ein vierter Urlaub in einem Haus in Port de Pollensa folgte und ein fünfter in Sa Pedruscada (zwischen Cala Ratjada und Font de sa Cala). In einem Winterurlaub vor genau einem Jahr erkundete ich die Insel außerhalb der Saison: Wo ist Betrieb, wo ist es ruhig, wo ist es tot (ich hatte hier darüber berichtet). Da ich den Immobilienmarkt langjährig beobachtet hatte, konnte ich bei einem kleinen Haus spontan zuzuschlagen. Und bei jedem Besuch fühle ich mich dort richtig wohl – ein perfektes zweites Zuhause. Jetzt kann ich die Insel zu jeder Jahreszeit kennenlernen.

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KRUMMI:

Wir (meine Frau und Ich) waren seit 1992 immer mal wieder sporadisch für einen Sommerurlaub auf der Insel. Im Dezember 2001 waren wir dann zum ersten Mal im Winter auf Mallorca (über Sylvester im Don Antonio / Paguera)… und seit dem hat uns die Insel voll im Griff. d.h. für uns geht es 4-5 mal im Jahr auf die Insel, gerne auch nur für ein verlängertes Wochenende. Im Sommer eher in den Nord-Osten / Playa de Muro bzw. Can Picafort und im Winter meistens in Palma Nähe (von Paguera bis an die Playa de Palma), aber auch Hotel-Fincas haben wir schon ausprobiert.

Wir hatten vor geraumer Zeit einmal versucht alle Hotels aufzuzählen in denen wir schon gewesen sind und kamen am Ende ca. 38 verschiedene Hotels die wir aus pers. Erfahrung kennen.

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I+P:

Wir waren 1990 das erste Mal auf Mallorca, frisch gebaut, 2 kleine Kinder und eigentlich kein Geld. Im Reisebüro haben sie uns die Appartements Esperanza Park in der Bucht von Alcudia empfohlen. Die waren seinerzeit einigermaßen preiswert und so haben wir gebucht. Was wir angetroffen hatten, übertraf unsere kühnsten Erwartungen. Ein phantastischer Pool mit Einstieg fast wie am Strand, also ohne Leiter oder Stufen. Eine Liegewiese, die tatsächlich noch ein schöner Rasen war und Liegen in ausreichender Zahl, die locker um den Pool verteilt waren. Direkt am Meer mit tollem Strand, ein kleiner Spielplatz am Strand und extrem flach abfallend. Alles in allem einfach nur ideal für Familien mit kleinen Kindern. Die waren auch in ausreichender Zahl vorhanden, sodass zusammen mit ein wenig Kinderanimation für die Kleinen keine Langeweile aufkam. Nach 2 Wochen haben wir resümiert, dass keines unserer Kinder die ganze Zeit auch nur einmal geweint hatte oder irgendwie missmutig gewesen war. Es war ein Urlaub, wie man ihn sich besser nicht wünschen konnte für die Kinder und genauso für die Eltern.

Das haben wir dann noch dreimal an gleicher Stätte wiederholt und es war jedesmal wunderschön.

Dann waren unsere Kinder doch schon ein wenig älter geworden und wir mussten nicht mehr nur Strand- oder Poolurlaub machen. Also haben wir uns eine Finca gemietet. Und auch das hatte was. Wir haben die Insel insgesamt mit Mietwagen besser kennengelernt und liebten unsere ruhigen Finca-Abende.

Nach einigen Jahren kam dann der Wunsch nach Eigentum auf der Insel auf. Aber erste Schritte mit Besichtigungen und Angeboten waren ernüchternd. Das konnten wir uns nicht leisten. Zwischenzeitlich hatten wir unseren regelmäßigen Aufenthalt von der Playa de Muro in den Osten der Insel verlegt, wo ein Freund von uns ein Haus besaß. Auch hier schauten wir uns immer einmal wieder Neubau-Immobilien im Rohbau an (ohne Makler oder Bauträger zu bemühen).

Irgendwann waren unsere Kinder erwachsen und selbständig. Das Haus war bezahlt und so kam, was kommen musste.

Vor 6 Jahren konnten wir uns Wohneigentum kaufen und sind seither jeden Urlaubstag auf der Insel. Wir lieben das Eiland noch genauso, wie vor fast 30 Jahren und werden ab Ende nächsten Jahres zumindest über Winter einen Großteil unserer Zeit dort verbringen.

Und übrigens: Unsere Kinder fliegen nach wie vor auch mit Begeisterung jedes Jahr mindestens einmal auf die schönste Insel der Welt!

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COLAU:

In den 80`gern habe ich industriemaschienen u.a. in madrid verkauft.
fuer einen verkauf im maerz 1988 waren 4 wochen angedacht.
nach drei wochen war der deal abgewickelt und ich rief zu hause in norddeutschland an
und fragte wie das wetter sei : grau in grau, schmuddelwetter und kalt.

ich sagte zu jose, geschaeftsfuehrer der filiale in madrid, er moege bitte
am flughafen anrufen und fragen wohin die naechstmoegliche maschine fliegt.
kuba war die antwort – war mir zu weit, da ich zu der zeit noch raucher war….
domrep die naechste .. weiter… mallorca – ne – nicht die putzfrauen insel
die naechste maschine – zu spaet am abend …

da erinnerte ich mich an jemanden unserer pokerrunde seinerzeit
der immer von seiner finca auf mallorca erzaehlte …
gut jose, nehmen wir mallorca… mehrere anrufe nach deutschland und ich hatte
die telefonnummer einer bar wo er erreichbar waere; jose rief an;
nach ca. 5 minuten legte er auf und meinte: ich verstehe den nicht
– der spricht so einen komischen dialekt.
das konnte ich wiederum nicht verstehen – aber egal – gebucht und los
auf dem flughafen in madrid habe ich die nummer der bar nochmal angerufen und
es mit meinem „broken spanisch“ versucht – keine chance.

nach einem kurzen flug kam ich in palma an – raus ausm flieger rein ins taxi.
ich nannte dem fahrer den ort – er schaute mich mit grossen augen an;
da dachte ich schon der versteht mich auch nicht, holte einen vorbereiteten zettel raus
name des ortes, der bar und beschreibung des fincabesitzers.
der taxifahrer meinte in deutsch… nene ich habe dich verstanden
9 jahre beim daimler gearbeitet… aber du bist mein erster fahrgast in 30 jahren
vom flughafen, der in diesen ort moechte….
das hoert sich schonmal gut an dachte ich so bei mir.

auf der fahrt erzaehlte ich ihm wen ich suchte und von joses und meinem anruf in der bar.
das kriegen wir schon hin meinte er. ca ne stunde spaeter kamen wir in dem dorf an, rein in die bar der taxifahrer began mit dem barkeeper zu reden..schwer zu verstehen
meinte er …seines zeichens festlandspanier und nach ca 15 minuten war klar wen ich suchte…

3 kneipengaeste erhoben sich und gingen raus, stiegen in 2 autos und wir bildeten einen autokonvoi: einer vorne, taxi in der mitte und einer hinten und los ging es
nach ca 3 kilometern runter von der hauptstrasse und nach ca. noch einem
kilometer feldweg hielten wir vor einem sand und einem kieshaufen…
das gelaechter war gross… die finca befand sich weiter unten in der senke
der pokerspieler war gerade am dachdecken… der taxifahrer verabschiedete sich herzlich, wollte absolut kein trinkgeld und meinte nur : koestlich amuesiert

ich verbrachte eine woche in dem ort und lernte llubi und die gegend kennen…
die freundlichen menschen, den netten ort….
im darauf folgenden sommer machte ich mit meiner jetzigen frau dort urlaub
danach im dezember zu weihnachten und neujahr nochmals
im dezember 1990 zogen wir hierher…leben seit dem immer noch in „“unserem dorf““
und haben es bis heute nicht bereut.

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CHICO:

 

Wir waren 1994 das erste mal auf Mallorca, frisch gebaut, zwei kleine Kinder und eigentlich kein Geld. Aber sehr erholungsbedürftig da wir unser Haus wirklich selbst gebaut hatten. So kamen wir nach Calas de Mallorca, was soll ich sagen, nicht der schönste Ort, Hotelessen sehr schlecht, aber tolle Leute dort. Jahr später waren wir in Alcudia, aber die Liebe wollte sich nicht einstellen. Die folgenden Jahre ging es uns finanziell besser und so haben wir die Welt bereist.

Freunde von uns machten schon länger Fincaurlaub und schwärmten in den höchsten Tönen. Es war schwere Überzeugsarbeit meinen Mann umzustimmen mal wieder Mallorca eine Chance zu geben. Für ihn war es eine Putzfraueninsel und da wollte er nicht mehr hin.
Im Jahr 2002 schaften wir dann das Wunder und wir waren mit Freunden 14 Tage auf einer Finca. Eine kleine Flamme kam zum brennen, auch bei meinem Mann. Es folgten weitere Aufenthalte mehrmals jährlich und 2006 kauften wir eine kleine Finca bei Santanyi. Die Liebe war entflammt, so sehr, dass wir 2015 alles in Deutschland verkauft haben und ganz nach Mallorca auswanderten.

Manche Liebe muss erst wachsen, darum immer zweite Chance geben.

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SEVEN:

Angefangen hat alles 1973, als ich mit meinen Eltern als 7-jährige Urlaub in Font de Sa Cala machte. 2005 bin ich dann mit einer Freundin für 1 Woche auf die Insel geflogen und von da an war die Liebe zur Insel da.

Nachdem ich aus privaten Gründen einige Jahre keinen Urlaub machen konnte, bin ich dann 2009 auf die Idee gekommen, meinem Mann zum Geburtstag im Januar 2010 eine Woche Mallorca zu schenken. Auf der Insel musste der Arme dann innerhalb von 7 Tagen 1300 km rundherum fahren und danach kam die Frage, ob er denn nochmal nach Mallorca fliegen würde.

Wie man sieht, hat er ja gesagt und seither versuchen wir, jeden freien Tag auszunutzen und ins 2. Zuhause zu fliegen.

Wir haben viel gesehen, viel erlebt, viele Menschen kennengelernt, von denen einige wenige zu wirklichen Freunden geworden sind, andere haben keinen Platz mehr in unserem Leben, aber die Liebe zur Insel bleibt.

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RATITA:

Im Jahr 2008, verbrachten „Verano“ und ich, Ende September , ein paar Tage im Hotel Augusta. Wir hatten uns in diesem Jahr durch das Forum kennengelernt. Wir hatten beide ordentliche Zimmer in der oberen Etage des Hotels mit tollem Hafenblick. Für die paar Tage Stadtaufenthalt, war das Augusta gut gelegen.


Danke an alle, die mir die freundliche Erlaubnis erteilt haben, ihre Mallorca Love Story zu veröffentlichen. Wenn auch Sie Ihre Geschichte erzählen möchten – nur zu: Schicken Sie mir Ihren Text einfach per Mail ins Bloghaus. Im Netz ist immer Platz für gute Geschichten.


 

Petra: Der Zug nach Nirgendwo

Von Palma nach Petra zu kommen, ist ganz leicht. Man setzt sich in den Zug und steigt eine dreiviertel Stunde später wieder aus. Weniger als 50 Bahn-Kilometer und einmal umsteigen sind schließlich kein Hexenwerk, könnte man meinen. Für uns schon. Dabei wollten wir nur ein wenig wandern.

Mit dem Dorf Petra ist es ein bisschen wie mit Bielefeld: Es gibt es eigentlich gar nicht – und dann aber wieder doch. Ehe wir heute endlich in dem 2.700-Seelen-Ort ankamen, waren viele, viele Stunden vergangen. Und wir mussten öfter umsteigen als zwischen Montreal und Timbuktu.

Angefangen hatte der Schlamassel schon bei der Abfahrt in Palma. Hätten wir gleich den vom Kartenverkäufer vorgeschlagenen Zug genommen, wären wir zwar eine halbe Stunde später in Palma losgefahren, aber wir hätten uns viele Stunden des Wartens, Fahrens und erneuten Wartens erspart.

Weil wir aber zwei ganz Fixe sind, setzten wir uns in Palma in einen Zug, der jetzt, gleich und sofort in unsere Richtung fuhr. Oder sagen wir mal: in unsere grobe Richtung.

Dass dieser Zug ausgerechnet in einer Stadt Endstation hat, die außer fetten Kartoffeln rein gar nichts zu bieten hat, gehört zur Tragikomik unserer heutigen Odyssee. Sa Pobla um die Mittagszeit, das ist uns noch von einem früheren Besuch in Erinnerung, ist wie High Noon ohne Gary Cooper.

Zur Strafe für diesen uncharmanten Vergleich mussten wir eine Dreiviertelstunde in einem Bahnhof ausharren, der aus einem einzigen Betoncontainer besteht. Der freundliche Schaffner – wir kennen uns zwischenzeitlich von unserer Morgentour und duzen uns bereits – erlässt uns den Straftarif, der eigentlich jetzt fällig wäre. Seine Güte geht so weit, dass er kurz vor dem nächsten Umsteigen ins Abteil kommt, um den Hirnies aus Kanada die richtige Richtung zu weisen.

Nach dem Zug ist vor dem Zug. Jetzt geht es auf der ältesten Schienenstrecke Mallorcas (seit 1875) zwangsweise zurück nach Inca, nicht ohne einen notwendigen Umsteigehalt in einer Bahnstation im Nirgendwo einzulegen, deren Namen man nicht kennen muss.

Verdrehte Welt: Die Schafe, die vorhin noch zur Linken waren, sind jetzt plötzlich zur Rechten. Der Schnee auf den Gipfeln der Tramuntana ist im Laufe unserer Reise durch Mallorca sichtlich zusammengeschmolzen.

Unsere Stimmung auch. Denn schon jetzt steht fest: Das mit der Wanderung wird nichts mehr heute. Schließlich müssen wir nach einem weiteren Zwischenstopp zunächst wieder in die Gegenrichtung fahren, ehe uns der Zug auf einem anderen Schienennetz in Richtung Manacor befördert und uns endlich in Freiheit entlässt.

Und siehe da: Es gibt es, dieses Petra!

Ein hübsches Dorf, keine Frage. Aber es ist halt mal wieder Siesta, als wir dort ankommen. Wie gut, dass ein Gasthaus geöffnet hat, das so nett ist, uns das Ende unserer Odyssee kulinarisch feiern zu lassen: Mit einem in Zwiebeln geschmorten Kaninchen und einer Schweinslende in Mandelsauce.

Wir genießen den Luxus, endlich nicht mehr in fahrenden Zügen oder auf zugigen Bahnsteigen ausharren zu müssen. Wäre da nicht die schnatternde Radlergruppe, die sich in der Plaza zum Pausendrink trifft, würde hier Totenstille herrschen.

À propos Tod und Stille: Aus Petra stammt der Mönch Junípero Serra, der 1749 nach Amerika gesegelt war, um im heutigen Kalifornien mehrere Missionsstationen zu gründen. San Francisco ist eine davon.

Merke: Wer beim Einsteigen zu früh dran ist, den belohnt später das Leben. Mit Kaninchen und Schweinelendchen und der historischen Erkenntnis, dass der Gründer von San Francisco in dem Dorf geboren wurde, in dem du heute nach einer Unzahl von Umsteigaktionen dann doch noch gut gelaunt angekommen bist.

Der Beginn einer großen Liebe

Valentinstag: Zeit, um über die Liebe zu reden. Unsere Liebe zu Mallorca fing ganz harmlos an. In einem unscheinbaren Hotel über den Dächern von Palma. Das Jahr: 2008. Der Monat: November. Das Hotel: „Augusta“. Seit diesem Herbsturlaub vor zehn Jahren sind wir jedes Jahr zurück gekommen. Nicht immer ins „Hotel Augusta“, aber immer wieder nach Mallorca. Heute machten wir eine Memory-Tour zu dem Hotel, in dem alles anfing.

Der Auftakt war damals wenig verheißungsvoll. Im Shuttle, der uns vom Flughafen zum Hotel brachte, saß vor uns ein Paar aus dem Schwäbischen. Die Beiden kannten sich wohl genauso wenig aus wie wir. „Jetzt mach me no net schwach!“, flüsterte der Mann seiner Begleiterin erschüttert ins Ohr, als der Bus vor unserem Hotel anhielt. Der Schwabe, so viel war klar, hatte befürchtet, ER sei an seinem vermeintlich schrecklichen Ziel angekommen und nicht wir.

Zugegeben: Ich hatte schon in besseren Hotels übernachtet. Aber schlimm war es überhaupt nicht. Was den Schwaben vermutlich zu seinem bissigen Kommentar veranlasst hatte, war weniger unser Hotel selbst, sondern eine riesige Bauruine daneben. Willkommen in Spanien!

Der Rest war toll. Die kleine Suite mit der winzigen Küche. Das Frühstücksbüffet mit dem freundlichen Kellner, dessen Namen ich mir bis heute merken kann: „Pablo“ – was sonst? Wir sind schließlich in Spanien.

Die Idee, nicht mehr Winterlurlaub in Kuba, Mexiko oder auf der DomRep zu machen, war von meiner Schwester gekommen. „Du isst doch gerne, magst alte Städte, hast es gerne warm, bist gerne am Meer. Und ein bisschen Spanisch kannst du auch“.

Klar, was lag da näher, als von Kanada nach Mallorca zu fliegen, um hier Urlaub im November zu machen?

Was uns Irmtraud nicht verraten hatte, war, wie wunderschön diese Stadt, wie zauberhaft diese Insel und wie liebenswert die Menschen sind, die dort leben. Wir waren überwältigt.

Zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkundeten wir erst die Stadt, dann die Insel. Und fanden schon bald unsere Lieblingskneipe: Die „Bar Bosch“. Dass der Wein dort weniger kostete als die Cola war nur ein Grund, warum es uns immer und immer wieder dort hinzog – übrigens bis heute.

Im „Hotel Augusta“, ganz in der Nähe des Einkaufszentrums „Porto Pi“, quartierten wir uns auch im Jahr darauf wieder ein. Danach war erst mal Schluss mit Hotels. Jetzt wohnten wir uns in diversen Apartments nach und nach durch die halbe Stadt. Von der Plaza de la Reina mit dem herrlichen Blick auf die Kathedrale über den Paseo Borne, dem Prachtboulevard von Palma, bis hin zum ehemaligen Pfarrhaus der Kirche San Miguel, ganz in der Nähe der Markthalle.

Schön war es überall. Dass wir heute in Can Pastilla überwintern und nicht mehr im wunderschönen Palma, hat nur einen Grund: Es war uns in der Innenstadt einfach zu laut geworden. Der Umzug ans Meer war eine tolle Idee. Wir lieben diese Location!

Heute also die Revival-Tour, fünf Kilometer zu Fuß zum Hügel hoch, wo das „Hotel Augusta“ in fast neuem Glanz erstrahlt. Das coole Innendecors passt gut zum frischen Äußeren. Und auch heute hat uns wieder der spektakuläre Blick über die Dächer von Palma, bis hinunter zum Yachthafen, fasziniert.

Nostalgisch? Keine Spur. Alles zu seiner Zeit. Und die Zeit für Mallorca ist immer. Und auch immer wieder.

Gefangen in der Wetterfalle

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Also, dann mal zum Wetter: Es ist seit ein paar Tagen regnerisch-kühl, oft auch windig. Alles in allem ziemlich unterirdisch fürs Mittelmeer. Denn anders als im heimischen Kanada ist hier die Erwartungshaltung groß. Schließlich sind wir vor allem wegen des Wetters nach Mallorca gekommen.

Die ersten zwei Wochen hat es sich dann auch, scheinheilig wie es ist, ordentlich benommen. Bei frühsommerlichen Temperaturen waren wir wandern, tranken Vino auf Terrassen, frühstückten Bocadillos auf dem Balkon.

Dann kam lieber Besuch. Und prompt schlug das Wetter um.

Was nun? Während der ersten Jahre in Kanada glaubte ich noch, mich fürs Wetter rechtfertigen zu müssen. „Entschuldigung, aber  es ist ein bisschen zu heiß für die Jahreszeit“. Oder: „Sorry, so bewölkt war es zum letzten mal vor sieben Jahren“. Oder auch: „Oh Gott, wo kommen den plötzlich all diese Mücken her?“

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Nie ohne meine Mütze: Wer in Kanada lebt und bei minus 26 Grad abgeflogen ist, den können plus 14 Grad nicht erschüttern.

Die Wahrheit ist: Es war schon immer zu heiß für die Jahreszeit. Bewölkt ist es immer dann, wenn man es nicht brauchen kann. Und dass Kanada das Mücken-Hauptquartier der Welt ist, weiß auch jeder, der schon mal da war. Im Winter präsentiert sich das Land meines Herzens mit Eis- und Schneestürmen. Etwas anderes erwartet auch keiner von Kanada.

Nicht so auf Mallorca. Genau 7.9 Stunden am Tag scheint hier im Schnitt die Sonne, lese ich im Wetter-Almanach. Nicht im Schnitt bedeutet das: Während der letzten vier Tage schien die Sonne genau gar nicht. Oder so ähnlich.

Dafür windete es so heftig, dass an den Stränden die orangefarbenen Flaggen ausgehängt wurden – nur eine Stufe von Rot entfernt. Rot bedeutet Weltuntergang.

The weather – what a mess!“, textet der Montrealer Freund, der den Winter in Malaga, auf dem spanischen Festland, verbringt. „We had to cancel our golf game again today!“Null Mitleid“, texte ich zurück. „In Montreal müsstest du das Golfspiel gleich gar nicht absagen. Auf die Idee, um diese Jahreszeit zu golfen, kommt dort ohnehin keiner“.

Hier sind wir wieder beim Glas, das halb voll ist und nicht halb leer.

Ehrlich leid tun mir die Menschen, die für ein paar Tage dem deutschen Schmuddelwetter entfliehen wollten und auch noch Geld dafür ausgegeben haben, um in die mallorquinische Regensuppe einzutauchen.

Als Langzeit-Insulaner sieht man so eine Schlechtwetterphase gelassener. Endlich das Buch fertig lesen, das bei 25 Grad im Schatten liegengeblieben war. Mails an Freunde schreiben, Fotos bearbeiten, Steuerunterlagen ablegen und den Sonnenuntergang vom Balkon aus endlich mal in Grau zu erleben, einer völlig neuen Mallorca-Farbe. Und überhaupt: Wer hat denn schon mal das unglaubliche Glück, die schneebedeckten Tramuntana-Berge zu sehen?

Und wenn dann alles erledigt ist, könnte man ja eigentlich auch mal einen Blogpost übers Wetter schreiben. Voilà!

PS: Petrus liest mit! Die Wolken haben sich verzogen. Über Palma ist der Himmel inzwischen blau. Wetter eben.

Búger: Mallorcas kleinstes Dorf

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Große Wanderung, kleiner Ort: Das Bergdorf Búger war unser heutiges Ziel. Búger liegt im Insel-Inneren ziemlich genau zwischen Campanet und Sa Pobla. Mit gerade mal acht Quadratkilometer Fläche gilt das 1000-Einwohner-Dorf als die kleinste eigenständige Gemeinde Mallorcas.

Mit der Bahn geht es zunächst von Palma nach Inca. Dort beginnt unsere heutige Wanderung.

Es ist ein herrliches Stück Mallorca, das wir zu Fuß durchqueren. Schafherden unter blühenden Mandelbäumen. Orangen, Zitronen, Feigen, Johannisbrotbäume, und Oliven. Und zwischendurch immer mal wieder kleine Steineichenwälder.

Die etwa 15 Kilometer lange Strecke ist selbst für ungeübte Wanderer keine Herausforderung. Nur ganz selten sind kleine Steigungen zu bewältigen. Da es sich um keinen ausgeschilderten Wanderweg handelt, ist eine Karte hilfreich.

In Búger angekommen, bietet dieses winzige Bergdorf einen herrlichen Blick auf die Albufera, die Bucht von Alcúdia, die Berge von Artà im Nordosten sowie auf das Tramuntana-Gebirge im Westen.

Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. In der einzigen Bar, die während unseres Besuchs geöffnet hatte, treffen sich ein paar ältere Männer schon am frühen Nachmittag zum Kartenspiel.

Die Terrasse der Kneipe geht nahtlos in den Kirchplatz über. Wer an diesem fast hochsommerlich temperierten Tag Schatten sucht, findet ihn unter mehreren Olivenbäumen. Dort werden, wie in der Kirche selbst, Wasser und Wein gereicht. Statt Hostien gibt es Tapas, Bocadillos und andere Leckereien.

Der Ort selbst ist schnell erkundet. Es gibt eine kleine Bankfiliale, eine Schreinerei, eine Wäscherei und eine Schmiedewerkstätte. Auch ein Tante-Emma-Laden soll in Búger zum Kauf einladen.

Ob Laden und Werkstätten jemals geöffnet sind, ist schwer zu sagen. Vermutlich werden die „Cerrado“-Schilder nach Ende der Siesta wieder abgehängt.

Über die Herkunft des Namens Búger gibt es dagegen kaum Zweifel. Auf dem Rondell am Rathaus steht ein Brunnen, von dem aus eine riesige Kerze – auf arabisch „Bujar“ – in den Himmel ragt. Die phonetische Verbindung zum Ortsnamen ist offensichtlich.

Mit einem ramponierten Mini-Überlandbus geht es von Búger wieder zurück nach Inca und von dort mit der Bahn nach Palma. Die letzte Etappe nach Can Pastilla, wo wir unseren zehnten Winter auf Mallorca verbringen, ist dann wirklich nur noch ein Katzensprung.