So geht Einwanderungs-Politik: Herzlich willkommen in Kanada!

Es gibt Themen, die lassen einen ein Leben lang nicht mehr los. Bei mir ist es das Thema Einwanderung. Meine erste Einwanderung nach Kanada erfolgte am 8. Dezember 1973, also vor ziemlich genau 45 Jahren. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Europa bin ich im Oktober 1980 erneut nach Kanada ausgewandert. Seither lebe und arbeite ich hier.

Losgelassen hat mich das Thema Einwanderung nie mehr. Eigentlich auch klar, wenn man so direkt davon betroffen ist. So richtig hochgekocht ist es in meinem Kopf aber erst wieder in den letzten Jahren. Die Flüchtlings-Debatte in Deutschland hat in mir viele Emotionen geweckt.

Das fängt schon bei der Wortwahl an: Sind es nun „Flüchtlinge“, „Flüchtende“, „Immigranten“, „Einwanderer“ oder „Zuwanderer“?

Meine Meinung: Wenn man die richtige Einstellung zu einem Thema hat, dann ist die Terminologie ziemlich egal. Wichtig ist doch, wie man mit dem Thema selbst umgeht. Die kanadische Bevölkerung empfindet „Menschen von woanders“ nicht als Problem, sondern als Notwendigkeit. Es ist das Ergebnis einer geregelten Zuwanderungspolitik.

Das Punktesystem für Neueinwanderer in Kanada funktioniert. Es hat schon funktioniert, als ich damals eingewandert bin. Pluspunkte für Sprachkenntnisse und den Nachweis eines Arbeitgebers. Punkte auch für Sponsoren, die dem Staat versprechen: Wir passen auf, dass der Neueinwanderer, den ihr ins Land holt, nicht aus der Reihe tanzt!

Ich finde: In diesem Punkt ist Kanada einfach großartig. Hier wird nicht um den heißen Brei geredet. Man hält sich nicht an sprachlichen Feinheiten auf sondern hat nur ein Ziel:

Man möchte möglichst vielen Hilfesuchenden möglichst viel Hilfe zuteil werden lassen. Unbürokratisch, schnell und neidfrei. Zukunftsorientiert und nicht rückwärtsgerichtet.

Kanada sieht Neueinwanderer als Gewinn an und nicht als Bürde. Und genau so sollte es sein.

Mir ist unerklärlich, dass es in Deutschland zwar ein Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gibt, aber noch immer kein vollwertiges Ministerium. Und das bei dem Thema, das wohl den meisten Deutschen mit am meisten auf den Nägeln brennt: Flüchtlinge und Einwanderer.

Was machen unsere Politiker eigentlich, wenn sie auf ihre berühmten „Fact Finding Missions“ gehen? Geben sich die vielen Abgeordneten, Minister, Staatssekretäre und auch Regierungschefs, die ich im Laufe der Jahrzehnte hier bei irgendwelchen Konsulats- und sonstigen Empfängen getroffen habe, wirklich damit zufrieden, lediglich Teil der Häppchenfraktion zu sein, für die solche Empfänge ausgerichtet werden? War’s das?

Alle Fotos © Bopp

Hören sie eigentlich zu, wenn ihnen von den Erfolgen der kanadischen Einwanderungspolitik erzählt wird? Von Flüchtlingen, die schon nach wenigen Wochen eine Wohnung oder gar eine Arbeitsstelle haben? Vor Kanadiern, die alles tun, um Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen. Egal, ob sie eine Kopfbedeckung tragen oder nicht. Egal, mit welcher Hautfarbe sie geboren wurden und welcher Religon sie angehören.

Der Großteil der kanadischen Bevölkerung hat erkannt: Wir brauchen Menschen wie sie. Ohne sie blutet unser Land aus, ohne sie kann unsere Wirtschaft nicht blühen.

Weihnachten steht vor der Tür und Sie können mir eine große Freude machen, indem Sie sich den folgenden Hörfunkbeitrag anhören. Meine Kollegin Antje Passenheim hat ihn gerade für die WDR-Sendung „NEUGIER GENÜGT“ recherchiert und gesprochen. Nehmen Sie sich bitte die Zeit. Es lohnt sich:

Ein Selfie mit dem Christkind

Josef zückt das Handy zum Selfie. Maria formt das Victory-Zeichen. Die Heiligen Drei Könige beliefern das Jesuskindlein mit Amazon-Paketen auf dem Segway. Willkommen in der Montrealer Hipster-Krippe!

Zu sehen ist die schräge Hüttenszene zurzeit im Oratoire St.Joseph, einer riesigen Pilgerstätte im Norden der Stadt. Dort werden jedes Jahr zu Weihnachten 100 Krippen aus aller Welt ausgestellt. Aus Porzellan und Holz, aus Messing und Kork, aus Stoff, Stroh und Pappe.

Und jetzt eben ein Stall mit Photovoltaik-Dach, eine Maria mit einem Becher Starbucks-Kaffee in der Hand und einem Schaf, das glutenfreies Heu frisst. Versteht sich von selbst, dass die Kuh biofreundlich aufgewachsen ist.

Bethlehem digital – warum nicht? Jesus sei ja hoffentlich nicht nur für diesen einen Moment auf die Welt gekommen sondern auch für die nachfolgende Ewigkeit, sagte mir heute Nachmittag ein Junge, der mit seiner Schulklasse vor Ort war. Und zur Ewigkeit gehören eben auch Selfies und Amazon-Pakete.

Ganz unumstritten ist die Hipster-Krippe nicht. Es hagelt Proteste aus vielen Richtungen. Aber die Katholische Kirche, die das Pilgerzentrum unterhält, denkt bislang nicht daran, die Szene aus dem Ausstellungsangebot zu nehmen. Im Gegenteil: Die Hipster-Krippe ist zum Medienspektakel geworden, es wird mit einem Besucherrekord gerechnet.

 Die Kult-Krippe ist zwar die am meisten Beachtete, aber bei weitem nicht die Einzige, die zurzeit im Oratoire St. Joseph ausgestellt wird. Eine kleine Auswahl der anderen Krippen aus aller Welt finden Sie weiter unten.

Venezuela

Schweiz

Nepal

Bangladesch

Israel

Zambia

Lesoto

Burkina Faso

Nigeria

Ghana

Unbekannt

Ägypten

Brasilien

Costa Rica

Weissrussland

Malta

Unbekannt

Drei Millionen Pilger besuchen jährlich das Oratoire St. Joseph in Montréal. Die Aufnahme ist heute Nachmittag (12. Dezember 2018) entstanden.                             Fotos: © Bopp

Falls Ihnen das Foto vom Oratoire St. Joseph bekannt vorkommt: Richtig! Hier spielte sich auch die Story vom gestohlenen Herzen ab, von der hier vor langer Zeit mal die Rede war.

 

Als Model einmal um die Welt

Wo die Natur nicht gut zu dir war, hilft die Maske. 

Kurz vor der Landung in Tokio legt sie die Hand auf meinen Arm und flüstert mir ins Ohr: „Japan. Dass ich das noch erleben durfte!“ Über Curaçao meint sie, genau so habe sie sich das Karibische Meer immer vorgestellt. Ich will aber unbedingt noch kurz nach Buenos Aires. New-York wäre auch nicht schlecht. „Why not Hongkong?“, sagt die Frau neben mir.

„Machen wir alles“, sagt der Fotograf und schießt wie aus dem Maschinengewehr Hunderte von Bildern hintereinander. Seine Regieanweisungen sind überschaubar: „Immer schön den Flug genießen, zwischendurch aus dem Fenster schauen, lesen, im Bordmagazin blättern, lachen, plaudern. Sagte ich schon genießen?“ Nur essen ist verboten. „Die Speisen bitte nur mit der Gabel berühren“, lautet die Ansage.

Als Model für einen Tag gehört die Welt dir und deinen Träumen.

Ich sitze im komfortablen Erste-Klasse-Abteil eines Airbus 320, von dem Teile der Kabine in einem riesigen Montrealer Fotostudio stehen. Vor mir ein Tablett mit dem Feinsten, das die Bordküche heute zu bieten hat – alles echt, nichts hier ist fake. Als der Spinatsalat dann im Laufe der Fotosession etwas an Frische verliert, kommt die Foodstylistin mit der Sprühflasche.

Um mich herum wirbeln zwei Dutzend Männer und Frauen: Techniker, Fotografen, Maskenbildnerinnen und Friseure, zwei Ankleidefrauen und eine Food-Stylistin, Beleuchter, Bildabgleicher, Producer und andere Kreative. Auch eine Buchhalterin ist dabei. Sie ist für den Zeitplan verantwortlich – und damit für die Gage.

Ein kleines Problem gibt’s lediglich beim Ankleiden. Die coole Hose, die die Stylistin für mich ausgedacht hatte, platzt bei der Anprobe aus allen Nähten. Da kommt dann die Schneiderin ins Spiel. Sie erweitert kurzerhand den Bund, indem sie dem hinteren Teil der Hose zwei schnelle Schnitte verleiht – dort, wo auch die Kamera garantiert nicht hinsieht.

Was nicht passt, wird passend gemacht.

Die Schuhe? Zwei Nummern zu klein. Aber ein richtiges Model muss auch mal leiden können.

Die dunkelhäutige Dame neben mir heißt Elaine. Sie ist für heute meine Frau – Ehering inklusive. Elaine ist hauptberuflich Fotomodell und fliegt mit mir in vier Stunden um die Welt. Vier Stunden für ein paar Fotos, die in der neuen Werbekampagne der Airline verwendet werden. Auf Plakaten und Reiseprospekten, im Internet und auch im Bordmagazin.

Den Namen der Airline darf ich nicht nennen. Aber Sie, die Sie meinen Blog lesen, sind die Ersten, mit denen ich die Fotos nach Freigabe teilen werde.

Und wie kommt man zwei Monate vor seinem 70. Geburtstag zu so einem Model-Gig? Ganz einfach: Man ist sich selbst. Die Scouts waren bei der Suche nach einem „authentisch aussehenden älteren Mann“ bei meiner Agentin gelandet. Die hatte gerade so einen im Angebot. Auf dem Ablaufplan lese ich später: „Elaine and Herbert, International Couple“.

Modeln macht Spaß, aber es macht auch hungrig. Doch das Leben ist nicht immer fair. Während sich die Kreativen um dich herum mit Sandwiches, Salaten und Getränken vom Catering-Service eindecken, starren Elaine und ich noch immer auf einen Teller, der auch nach Stunden noch frisch wie aus dem Bordmagazin aussehen soll. 

Elaine hat nicht nur Erfahrung als Model. Sie hat auch Sinn für Humor. „Glaub ja nicht, es geht hier um uns.“, sagt sie. „Hier dreht sich alles um den Spinat“.

Ruhe vor dem Shooting: Gleich heben wir ab.


Ein bisschen Winterwonderland

„Dann bricht mir das Herz“, sagte sie und meinte damit: Wenn wir ohnehin zur Cottage fahren, um die Winterjacke zu holen, die wir im Herbst am See vergessen haben, dann können wir auf gar keinen Fall gleich wieder heimfahren, ohne nicht mindestens einmal in der Hütte zu übernachten.

Happy wife, happy life.

Da sind wir also wieder. Sechzehn Kilometer vom nächsten Laden entfernt. Weit und breit kein Mensch hier. Ungewöhnlich, um diese Jahreszeit im Blockhaus zu schlafen, das ja doch eher ein Sommerdomizil ist. Aber wir wurden belohnt. Das Winterwonderland, das uns hier oben, zwei Stunden nördlich von Montreal, erwartet hat, entschädigt uns für den langen Anfahrtsweg. Eine Autozufahrt zum Haus gibt es nicht. Der bis zu 20 Meter tiefe See, über den wir im Sommer mit dem Boot zur Hütte gelangen, stellt uns vor die erste Herausforderung.

Er ist zugefroren. Aber nur gerade mal so viel, dass, eine Überquerung zu Fuß lebensgefährlich wäre. Doch fürs Boot ist das Eis jetzt schon viel zu dick. Dabei hat der Winter noch gar nicht richtig angefangen. Also dann eben den Allrad-Drive auf der Bergstraße parken und zu Fuß durch den Wald einen steilen Abhang hinab wandern.

Das Problem: Die Bergstraße ist zugeschneit, was das Parken unmöglich macht. Also wieder zurück mit dem Wagen bis zur Bootsanlegestelle, die von der Gemeinde – warum auch immer – im Winter geräumt wird. Von dort geht’s dann zu Fuß mit dem Rucksack und der Verpflegung für zwei Tage den ganzen Weg zurück und schließlich durch den verschneiten Wald zur Hütte.

Es ist kalt hier. Der Holzofen schnurrt gemütlich, aber er lässt sich Zeit. Drei, vier Stunden dauert es, bis wohlige Wärme einzieht. Erst jetzt kann die Winterkleidung abgelegt werden.

In der Zwischenzeit wird mehr Brennholz geholt. Und Schnee. Viel Schnee. Der muss jetzt auf dem Ofen geschmolzen werden, denn fließendes Wasser gibt es hier nicht. Und der See ist, siehe oben, gefroren.

Aber dann geht alles Schlag auf Schlag. Ein paar Tassen Glühwein verkürzen die Wartezeit, bis das Spaghetti-Wasser kocht. Auch wenn es inzwischen längst mollig warm ist in der Hütte: Ein Schnäpschen schadet nie. Zwei vielleicht?

Morgen geht es wieder in die Stadt zurück. Schade eigentlich. Aber aus der einen geplanten Übernachtung werden immerhn zwei. So ein bisschen Hüttenzauber im kanadischen Winter hat was.

Oder, wie mein Freund Stefan eben schreibt, der ein paar Schnupperfotos von unserem Winterausflug gesehen hat: „Wow! Kanada-Idylle aus dem digitalen Bilderbuch!“

Kojoten-Spur im Schnee.
Beaschwerlich aber schön: Aufstieg durch den Wald.

Rotes Thai-Curry mit Spätzle

Im Sommer vergeht kaum eine Woche, da wir nicht „beim Asiaten“ auf irgendeiner Straßenterrasse sitzen. Dann wird exotisch gegessen: Thailändisch, Vietnamesisch, Japanisch, Afghanisch, Szechuan, Nepalesisch. Und immer wieder Indisch.

Am kältesten Tag dieses extrem frühen Montrealer Winters will sich bei minus 18 Grad die asiatische Gemütlichkeit nicht so richtig einstellen. Also kocht frau zu Hause.

Und weil die original asiatische Küche in einem der fünftausend Montrealer Restaurants ohnehin nicht zu toppen ist, erfindet man eben etwas ganz Neues. Zum Beispiel: Rotes Thai-Curry mit Spätzle. Genau, mit Spätzle.

Asia meets Schwabenland. Auf Neudeutsch nennt sich das dann Fusion Cuisine.

Ein bisschen kulinarischer Mut gehört schon dazu, Spätzle im Wok zu kredenzen. Hat man erst einmal die Zutaten im Haus, geht alles ganz schnell:

Eine Hühnerbrust wird klein geschnitten, in Hoisin-Sauce mariniert, scharf angebraten und im vorgeheizten Backofen bei niedriger Temperatur warm gehalten.

Rosenkohl, Karotten, eine gelbe Paprika und Lauchzwiebeln werden mundgerecht geschnitten und angebraten. So lange das Gemüse noch al dente ist, kommt eine thailändische Rote-Curry-Gewürzpaste dazu, die es hier in jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Vermischt wird das Ganze mit 1/8 Liter Kokos-Milch und ein wenig Hühnerbrühe.

Serviert wird die bunte Gemüse-Curry-Mischung nicht etwa an einem Bett von gedämpftem Reis, wie der Asiate das tun würde. Hausgemachte Spätzle verleihen dem Gericht einen unvergleichlichen Hauch von schwäbischer Exotik.

Khõ hai dja, sagt der Thailänder dazu. Bei uns heisst’s: En Guata!

Live aus dem etwas anderen Café

Man nennt es Arbeit, aber es macht einfach nur Spass. Texte schreiben, Mails beantworten, Fotos sortieren – das alles in einem Café, in dem der Name Programm ist: Second Cup. Von dort, an meiner Montrealer Lieblingsstraße gelegen, kommt dieser Blog. Der Boulevard St. Laurent lässt grüßen. Und Frank O’Dea auch.

Second Cup ist, anders als Starbucks, das ich tunlichst meide, eine rein kanadische Café-Kette. Gegründet von einem Mann namens Frank O’Dea – einem ehemaligen Wohnsitzlosen.

Second Cup-Gründer Frank O’Dea © CBC

Als Dreizehnjähriger war er dem Alkohol verfallen und lebte jahrelang auf der Straße. Als ihm ein Gönner 1000 Dollar schenkte, beschloss er, sein Leben umzukrempeln. Zusammen mit einem Kumpel, der wie er durch schlechte Zeiten gegangen war, eröffnete Frank O’Dea in Toronto eine kleine Kaffeetheke.

Der Laden lief. Schon bald hatte die Kundschaft die beiden Männer in ihr Herz geschlossen. Ein Café nach dem anderen wurde eröffnet. Immer schön kanadisch. Und immer nach demselben Prinzip: Wir nehmen nicht nur, wir geben auch. An Suppenküchen, an Behinderten-Organisationen, auch an Opfer von Landminen-Anschlägen.

Das Erfolgsmodell von Second Cup machte Schule. Heute gibt es in Kanada rund 300 Second Cup-Filialen. Frank O’Dea, inzwischen im Rentenalter, kümmert sich noch immer um die Franchises, hält Motivationsseminare ab. Obwohl längst vermögend, reist er bescheiden in der Holzklasse und besucht die Suppenküchen und Obdachlosen-Unterkünfte der Städte, in denen es Second Cup-Cafés gibt. Also überall.

Für sein karitatives Engagement wurde Frank O’Dea mit dem “Order of Canada” ausgezeichnet, vergleichbar mit dem Bundesverdienstkreuz.

Frank O’Dea hat nicht nur ein Herz für Wohnsitzlose. Er denkt auch an all die Studenten und Freelancer, die ab und zu mal statt von zuhause aus dem Café arbeiten wollen. Jedes Second Cup verfügt über kostenloses High-Speed-Internet. An jedem Tisch gibt es Steckdosen für Rechner und Ladegeräte.

Und bleibt ein Kunde sechs Stunden und mehr bei einer einzigen Tasse Kaffee sitzen, wird ihn keine der unverschämt freundlichen Angestellten zur nächsten Bestellung animieren. Anordnung vom Chef persönlich! Erfolgsgeheimnis? Die Menge macht’s. Und auch der Coffee-to-go-Verkauf.

Falls also dieser Blogpost besonders gutherzig klingt, hat es einen Grund: Er wurde in einem Second Cup geschrieben. Dem Home-away-from-Home nicht nur für Wohnsitzlose.

Darf ich Sie mal kurz verzaubern?

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Der Sommer war lang und heiß. Die vielen Tage und Nächte im Blockhaus haben mich wieder zum Schreiben animiert. Einen der Texte möchte ich Ihnen heute als eBook ans Herz legen. „Der Große Luca“ ist ein Zauberbuch für Kinder und neugierig gebliebene Erwachsene. Sie können es bei Amzaon-Kindle herunterladen.

„Der Große Luca“ erzählt nicht nur die Geschichte eines italienischen Jungen, der zum berühmtesten Zauberer der Welt wurde. Das kleine eBook enthält auch viele bunte, spannende und skurrile Geschichten aus Montréal.

Schon viele Jahre ehe Harry Potter die Welt eroberte, hatte ich angefangen zu zaubern. Es ist nur ein kleines Hobby, aber eines, das mich von Anfang an gepackt hat. Der Blick hinter die Kulissen, die erstaunten Gesichter des Publikums, nachdem ein Trick gelungen ist (oder auch die verstörte Reaktion, wenn ein Trick mal daneben geht) – das alles fasziniert mich auch heute noch.

Höhepunkt meiner bescheidenen Zauberer-Laufbahn war der Besuch im „Magic Castle“ in Hollywod. Ein wahrhaft magisches Erlebnis, eine Nacht in einer kalifornischen Villa zu verbringen, in der viele der berühmtesten Magier der Welt angefangen haben, darunter David Copperfield.

Einen Blogpost darüber gibt’s hier:  >> KEIN SCHMU: ICH KANN ZAUBERN <<

Peter Snow ist ein bekannter Montrealer Zauberer – und seit vielen Jahren ein guter Freund von mir. Er war es, der mich vorigen Sommer auf die Idee gebracht hat, die Geschichte des kleinen Luca aufzuschreiben.

Auch über Peter und andere Montrealer Straßenkünstler gab’s hier schon einen Blogpost. Hier ist er:  >> BERUF: RASIERKLINGEN-SCHLUCKER <<

 

 

Zittern vor den Zombies

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Raus aus dem Busch, rein ins Gewimmel: Zombie-Time in Montreal. Kaum hatten wir uns für dieses Jahr von der Cottage am Lac Dufresne verabschiedet, da lockte schon wieder das richtige Leben.

Zwar ist Halloween erst in vier Tagen, aber wen juckt’s: Wenn’s was zu feiern gibt, sind die Quebecer immer zu haben.

Am jährlichen Zombie-Umzug durch die Montrealer Innenstadt nahmen Hunderte von Kostümierten (auf schwäbisch: „Mäschgerle“) teil.

Im Quartier des Spectacles, also da, wo das ganze Jahr über die Post abgeht, trafen sie sich an diesem ziemlich kühlen Abend zu einem Open-Air-Konzert.

Es wurde gebibbert und gezittert und getanzt und gejault. Wem danach war, durfte sich an einem Teller Kleinhirn bedienen – frisch aus dem Süßwarenladen.

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An Halloween-Parties gab’s im Laufe der Jahre keinen Mangel. Hier noch ein paar Fotos davon:

 

 

 

Und hier noch ein kurzes Video von CTV über den heutigen „Zombie Walk“ durch die Montrealer Innenstadt.

 

 

Kochen in der Cottage

IMG_7037 Morgen geht unsere 21. Saison im Blockhaus zu Ende. Wir haben im vergangenen Sommer und Herbst mehr Zeit als je zuvor in unserem kleinen Juwel am Lac Dufresne verbracht, zwei Autostunden nördlich von Montreal.

Das lag unter anderem an dem Jahrhundert-Sommer, den wir hier genießen durften. Während das Thermometer in Montreal oft auf 36 Grad anstieg, war es hier am See meistens sonnig und warm, aber nur selten heiß und schwül.

Wer monatelang mitten in der Natur lebt, 16 Kilometer vom nächsten Tante-Emma-Laden entfernt, zwar mit Strom, aber ohne fliessend Wasser, muss jetzt nicht unbedingt seine Ernährung umstellen. Aber er muss darauf achten, dass die Zutaten stimmen. Abfall soll es so gut wie keinen geben. Kompostieren ist nicht ganz ungefährlich. Der Geruch zieht wilde Tiere an.

Da es keine Autozufahrt zu unserem Blockhaus gibt, muss alles, das wir hier verbrauchen, über einen beschwerlichen Weg angeschleppt oder im Boot über den See gerudert werden.

Was wir im Laufe des Sommers so gebrutzelt, gekocht, gesotten und gebacken haben, finden Sie in der Fotosammlung weiter unten. Da fehlt es an nichts: Von Laugenbrezeln bis zu Bannock, von Linsensalat bis zu Kaiserschmarrn, von Kartoffelpuffern, Kässpätzle und Krautspätzle über Spaghetti Carbonara bis zu den Kohlrouladen, die auf dem Holzofen gemacht wurden. Auch Blaubeerküchle und Vietnamesische Suppen waren dabei. Und natürlich immer wieder Braten mit Spätzle, Schnitzel mit Kartoffelsalat usw.

Das Rezept für das Indianerbrot finden Sie übrigens  > HIER <

Lehnen Sie sich zurück und lassen Sie es sich mit uns schmecken. Ab morgen bleibt die Cottage-Küche kalt. Dann wird wieder in der Stadt gekocht – nicht weniger lecker. Aber weitaus weniger beschwerlich. Und sogar mit fliessendem Wasser.

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Bannock – Brot der Indianer und Trapper

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Heute mal ein wenig Werbung

Es passiert nicht oft, dass ich hier für meine Bücher Eigenwerbung mache. Weil ich, wie einige von Ihnen wissen, seit einiger Zeit nicht mehr in den sozialen Medien poste und auch sonst keine Anzeigen schalte, sei mir ein bisschen Public Relations in eigener Sache gestattet.

Der MUTMACHER FÜR FREIE JOURNALISTEN ist in die 2. Auflage gegangen. Mein befreundeter Kollege Julian Bernstein hat mit mir zusammen ein paar längst fällige Korrekturen vorgenommen und auch verschiedene Details verändert. Das wirklich Neue: Das Buch, das bisher nur als eBook zu bestellen war, kann jetzt auch in gedruckter Version gekauft werden.

KLAPPENTEXT: Ratgeber gibt es viele. Dies hier ist ein Mutmacher für alle, die als Journalist frei arbeiten wollen. Herbert Bopp weiß, wovon er spricht. Er hat fast sein komplettes Berufsleben als Freier verbracht. Die meiste Zeit davon als Korrespondent für Kanada und Alaska, mit Sitz in Montréal. Er berichtete für alle Sender der ARD und die meisten großen Tageszeitungen und Magazine im deutschen Sprachraum. Als Onlinejournalist machte er sich durch seine Berichterstattung über die Terroranschläge von 9/11 einen Namen. Sein „New Yorker Tagebuch“ wurde mit dem „New Media Award“ ausgezeichnet. Zehn Jahre lang gab Bopp Seminare, unter anderem für den WDR, die ARD/ZFD-Medienakademie, ARTE und das Internationale Journalismus Zentrum Krems bei Wien. Seine Bilanz nach 45 Jahren als Honorarempfänger: Sie schaffen das! Vorausgesetzt Sie sind bereit, die extra Meile zu gehen. Graubrot backen die Festangestellten. Vom Freien erwartet man das Feingebäck.

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Meinen Roman DAS GIBT SICH BIS 1970 gibt’s ja bereits seit einigen Jahren als Download. Möglich, dass auch davon bald eine gedruckte Auflage auf den Markt kommt. Bis dahin empfehle ich weiterhin das eBook bei Amazon.

KLAPPENTEXT: Es gibt Geschichten, die beginnen mit „Tschüss“ und haben noch nicht einmal richtig angefangen. „Tschüss“ war das Letzte, das Mutter und Vater von ihrem Fünfzehnjährigen hörten, ehe er auf Reise ging. Was als eine Fahrradtour zu den Großtanten angekündigt war, endet in einem Roadtrip, der den Jungen per Anhalter durch halb Europa führt. In diesem vergnüglichen Roman geht es um Abschied und Heimkehr, um Liebe, Lüsternheit und Leidenschaft, aber auch um die große Freiheit und das kleine Abenteuer. Es geht um Schmerz, Trauer und Tod, um Lügen und Sex und um pralle Lebensfreude. Und auch um eine liebenswerte Hure aus Marseille, die einem Buben vom Land zeigt, dass Französisch mehr sein kann als nur eine schöne Sprache. Im Mittelpunkt dieses Romans steht ein bis über beide Ohren verliebter Teenager aus der Tiefe Oberschwabens, der – wenn schon nicht die Welt – dann zumindest das Herz einer schönen Spanierin erobern will. Es erwartet Sie ein Feuerwerk an Geschichten: Fröhliche, traurige, skurrile, runde, bunte, abenteuerliche und auch erotische. Viel Vergnügen!

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